2013: Bücher, Bundestag und ein Bunker

Da man das so macht bringe ich nun auch meinen Jahresrückblick: Von Büchern, Bundestag und einem Bunker

Januar
Am 1. Januar gab ich bekannt, dass ich für die Berliner Landesliste der Piratenpartei für die Bundestagswahl 2013 kandidieren werde. Damals waren die Piraten in einem kippeligen Zustand, aber wir konnten noch auf den letzten Ausläufern der Hype-Welle surfen. Ich war stellvertretender Landespressesprecher und Krisengebietsbeauftragter der Partei und sah noch Hoffnung. Mit einem guten Wahlkampf, viel Talkshowauftritten und klassischen PR-Stunts wären die 5% erreichbar gewesen. Außerdem hätte ich das Mandat sicher gut ausgefüllt.

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Im Dezember hatte sich bereits abgezeichnet, dass wir für das größte Geschichtsfestival Europas nicht mehr genug Sponsoren zusammen bekommen. Ich gehöre seit Jahren zum kleinen Orga-Team, habe Jahr für Jahr ehrenamtlich einige Wochen investiert und ein tolles Projekt mit aufgebaut. Aber ohne Geld geht es nun mal nicht. Somit mussten wir die Historiale 2014 absagen.

Februar
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Im Februar besuchte ich das syrische Flüchtlingscamp „Domiz“ in Kurdistan (Irak). Das Foto zeigt mich im Gespräch mit Tamar Fattah, dem Gouverneur von Duhok (Kurdistan) mit dem ich über Flüchtlingspolitik, deutsche Rüstungsexporte und Flüchtlingspolitik redete. Einen Tag vorher hatte ich mit Fazil Mirani, dem Generalsekretär der Regierungspartei PdK über den politischen Wandel in der Region gesprochen.

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Nur wenige Tage später wurde ich auf Platz acht der Landesliste der Berliner Piraten gewählt. Der Platz ist hoffnungslos, da die Piraten rund 28% bei der Bundestagswahl hätten holen müssen. Aber was soll’s, wenigstens habe ich versucht Politik zu machen und nicht nur meckernd auf der Couch gesessen.

März
märz-hk-plakat-hkbuIm März besuchte ich eine Woche Hong Kong. Dort hielt ich Vorträge über die Piratenpartei und führte Gespräche mit Politikern aus Hong Kong, China und Deutschland.

April
Im Piratenwahlkampf ging es heiß her, leider oft zu nervig. Ich versuchte meine Sicht der Dinge im Blogpost „Ich wähle keine Heulsusen“ darz legen. Berufsempörte gehören für mich einfach nicht ins Parlament.

Mai
maiZum ersten Mal kam die 1. Mai Unter den Linden, direkt an meinem Laden vorbei. Schon gegen Nachmittag schlossen die Läden, räumten alle Möbel rein. Die Touristen blieben weg und die Polizei kam. Aber es blieb alles friedlich.

Juni

Obama in BerlinObama besuchte Berlin. Ich stand auf dem Dach des Büros und fotografierte ihn, sowie die Scharfschützenteams, die wiederum mich durchs Fernglas beobachteten.

Hochwasser WeisenTeile Deutschlands wurden von einer Jahrhundertflut erwischt. Mit einigen Freunden half ich die Fluten zu besiegen.

Enno Lenze CSD BerlinDer Christopher Street Day fand statt. Ich löste meinen Wetteinsatz ein und tanzte als Frank ’n Furter für die tobenden Massen.

In Istanbul kam es zur Aufruhr. Da ich nicht vor Ort konnte führte ich von hier aus ein Interview mit einem Aktivisten vor Ort.

Juli

Seit drei Jahren führte ich nun den Berlin Story Verlag. Bisher war er Teil der Alles über Berlin GmbH, die aber eigentlich einen anderen Schwerpunkt hat. Somit begann ich mit den Vorbereitungen, den Verlag ab 2014 in einer eigenen Gesellschaft zu führen.

August
Das Berliner Gruselkabinett, welches im ehemaligen Bunker des Anhalter Bahnhofs ist, suchte einen Nachfolger. 3.500qm 2. Weltkriegsbunker auf 5 Etagen? Genau das richtige für mich. Es begann eine lange des Bücherlesens, der Bunkererkundung und des Kennenlernen der Abläufe. Aber ab 2014 werde ich den Bunker betreiben.

September
vut-indie-awards-berlin-music-weeksIch saß bei der Berlin Music Week in einem Panel zum Thema Urheberrecht. Sehr spaßig.

Oktober – Dezember

Kann man mit „Arbeit“ gut umschreiben. Die Vorbereitungen für den Bunker, einen Museumsumzug, einer Verlagsausgliederung und einiger weiterer Ideen füllten quasi jeden Tag.