#32c3 – die größte Hacker-Party der Welt

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Zwischen Weihnachten und Silvester findet seit 1984 das Jahrestreffen des Chaos Computer Clubs statt. Der 32. Chaos Communication Congress (kurz: 32C3) hat das Congress Center Hamburg (CCH) „durchgespielt“ – was so viel heißt wie: Das Gebäude wird zu klein, wir brauchen ein neues. Das ist beachtlich, da das CCH mehr als 12.000 Menschen Platz bietet. Aber ebenso viele Hacker waren dieses Jahr aus der ganzen Welt angereist, um vier Tage und Nächte die Leitungen zum Glühen zu bringen, wilde Projekte zu basteln und sich gegenseitig mit Vorträgen zu bespaßen.

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Trinkgeld sortiert nach Betriebssystem

Das Event wird komplett ehrenamtlich organisiert und wer über einen Missstand zu sehr meckert, bekommt gerne die Aufgabe zugeteilt, eben diesen eigenständig zu beheben. Man ist sarkastisch, lustig, interessiert und irgendwie offen. Auf dem Programm stehen neben den klassischen Hacker Themen auch Politik, Gesellschaft, Spaß und Kunst. Dazu gibt es dutzende Projekte, Vereine, Ortsgruppen und viele mehr, die sich einfach auf dem Kongress gesammelt haben und durch die man stundenlang von Tisch zu Tisch wandern und sich alles erklären lassen kann.

So sieht man, wie man mit Staubsaugern und Lüftungsrohren eine Rohrpost bauen kann, wie man mit einfachem Equipment die Satellitentelefone im Umkreis von 400km abhören kann und wie man stark alkoholhaltige Getränke von einem selbst gebauten Roboter mischen lässt. Die Nächte gehen eher bis morgens, der Tag beginnt Mittags, am Ende landet man bei einem 28-Stunden Tag und bei einem hohen Koffein verbrauch.

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Die Partyzone – Die „Lounge“ in der „Halle“

Als ich 1998 das erste Mal beim Kongress aufschlug, war ich 15 und tauchte in eine wilde neue Welt ein, in der sich rund 1.000 Hacker trafen und die verrücktesten Dinge taten, die ich je sah. Inzwischen sind es 12.000 Hacker und an den Grad der technischen Verrücktheit habe ich mich gewöhnt. So ist es inzwischen völlig normal, dass wir unser eigenes internes Handynetz für die Dauer des Kongresses im Gebäude laufen haben. Aber die Partyzonen und der soziale Teil wurden weiter ausgebaut. Teile einer 7.000qm großen Halle sind zu einer Disko mit Wohnwagen, „Spieleberatung“ und Lasershow umgebaut worden, wo man 24h am Tag richtig gut feiern kann.

Neu war die Spieleberatung, bei der der soziale Aspekt im Vordergrund stand. So konnte man sich z.B. eine Karte eines Memory-Spiels um den Hals hängen lassen und musste auf dem Event seinen Partner finden. Dafür sollte man einen Schnaps erhalten. Wenn man seinen Partner gefunden hatte, wartete aber ein Persönlichleitsfragebogen über den anderen auf einen. Man sollte also zwei Dutzend Fragen zur Persönlichkeit eines Fremden ausfüllen und dann vergleichen. Sehr überraschend, aber sehr spaßig.

Ansonsten hat sich der Kongress gut in das Gebäude eingelebt. Zum ersten Mal gab es dieses Jahr eine Navigationssoftware für das Handy, die einen vom aktuellen Standort zum nächsten Vortrag, Toilette, Bar oder einem spezifischen Ort leitete.

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Das Navi für das Event

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Puzzle-Partner suchen. Ich war die Mietzekatze

Man merkt, dass die Leute sich im Gebäude eingelebt haben und dass man mit einer großen Selbstverständlichkeit und Routine eine solche rissige Veranstaltung hin bekommt, die dann auch noch zwischen den Jahren von Ehrenamtlern organisiert und durchgeführt wird. Was tut man nun aber mit dem „durchgespielten“ Gebäude? Das is die große Frage, die uns bis zum kommenden Jahr beschäftigen wird.

Wer sich nun mehr für den #32C3 interessiert kann sich hier alle Vorträge kostenlos im Netz ansehen, die Bilder oder Tweets durchlesen oder das Jahr über events.ccc.de im Auge behalten, um kommendes Jahr selber dabei zu sein.