Bund liefert mit Antonov über Bagdad

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AN-124 Symbolbild (Bild von Markutsch)

Die ersten militärischen Hilfelieferungen des Bundes an die Peschmerga wurden von Leipzig nach Erbil geflogen. Rund 70 Tonnen schusssichere Westen, Helme und Nachtsichtgeräte gingen auf die über 4.000km lange Reise.

Man könnte erwarten, dass die Bundeswehr in Leipzig eine Transall voll lädt, diese dann nach Erbil fliegt und da ausgeladen wird. Leider hat die Transall nur rund 20 Tonnen Zuladung. Man hätte also vier Transall benötigt, die drei mal zum Tanken gelandet wären. Zum anderen musste die Ware einen mehrere hunderter Kilometer langen Umweg geflogen werden, da die Militärhilfe zunächst in Bagdad inspiziert werden musste. Über Bagdad möchte man derzeit nicht gerne fliegen. Im gesamten Umfeld sind IS Kämpfer, welche vermutlich über MANPADs, also Raketenwerfer zur Flugabwehr, verfügen.

Bundeswehrpiloten, die über Bagdad von der IS abgeschossen werden wären ein PR Desaster, welches man sich nicht leisten kann – um Kollateralschäden geht es bei so Entscheidungen oft weniger.

In solchen Fällen ist Outsourcing das Mittel der Wahl. Beim Sonderluftfrachtunternehmern Volga-Dnepr wurde eine Antonov AN-124 samt Crew gechartert. Diese liefern seit Langem Waffen und Militärequipment für jeden der Zahlt rund um die Welt. Warum nicht auch für uns? Die Crew holte die Ware in Leipzig ab und lieferte sie über den Umweg nach Erbil.