Das Problem heißt Rassismus und nicht Facebook

facebook_heaerIch wurde und werde regelmäßig online bedroht und beleidigt. Das war früher so, das ist jetzt so und das wird in Zukunft so sein. Ob es nun per Twitter, Facebook, oder per Email kommt finde ich dabei ziemlich egal. Das Problem ist ja das Gedankengut des Urhebers und nicht das Transportmedium. Nun wird der Schwarze Peter in Deutschland immer gerne Weg von den Rassisten und hin zu … ja eigentlich egal wem, aber eben wem anders geschoben. Mordversuch mit dem Messer an einer Politikerin? Einzelfall. NSU? Einzelfälle. Bedrohungen und Hetze auf Facebook? Facebook ist schuld. Und es ist ja auch einfach, jemand anderem die Schuld zu geben. Sollen doch „Die Politiker“ was mit dem Obskuren Wesen „Facebook“ machen. Aber man selber nicht. Jeder kann Volksverhetzungen, Beleidigungen und Bedrohungen einfach selber online anzeigen und dann Strafantrag stellen. Aber man will das ganze mit einem Klick an Facebook abwälzen oder ewig heulen. Leute, so geht das nicht!

Und was soll Facebook genau machen? Also nach welchem Rechtssystem?
Nach dem amerikanischen, wo sie her kommen?
Nach dem, in dem der Autor laut Profil lebt?
Nach dem, aus dem der Autor raus gepostet hat?
Nach dem, in dem das Opfer laut Profil lebt?
Nach dem, aus dem das Opfer beim lesen eingeloggt war?
Nach der Spracheinstellung des Browsers?

Und wie ist es, wenn man etwas zur freien Presse in China schreibt. Soll das dann auch gelöscht werden, weil es gegen chinesischen Recht verstößt? Oder nur dort nicht zu lesen sein? Oder nicht von chinesischen Staatsbürgern? Wir leben nicht mehr auf unserer kleinen Insel, das Internet ist nun mal global.

Die Frage ist aber auch andersherum: Was soll es beim Täter bringen? Wenn er angezeigt wird, das Strafverfahren hat usw. dann merkt er zumindest, dass er gegen den gesellschaftlichen Konsens, der in Gesetzen festgeschrieben ist, gehandelt hat. Wenn der Bundesdatenschuzbeauftragte Facebook verklagt, dann bekommt das so ein Hetzer gar nicht mit, weil er ja keine Nachrichten konsumiert. Und selbst wenn es irgendwann eine entsprechende Regelung gibt und der Hetzer sein Profil gelöscht bekommt: Was soll das bringen? Sitzt er dann einsam vor dem Computer und sagt „Oh, ich muss dringen mein Handlen überdenken, denn ich muss ein neues Facebookprofil anlegen!“? – kann ich mir nicht wirklich vorstellen.

Will man wirklich, dass sich ein privatwirtschaftliches US-Unternehmen nach seinen Regeln um Straftaten in Deutschland kümmert? Ich verstehe nicht, warum das so viele Leute zwingend wollen – statt die Tat einfach in zwei Minuten online anzuzeigen.

Vor allem brauchen wir in der Gesellschaft eine klare Ausrichtung gegen Rechts. Wenn das Umfeld einem sagt, dass „rechts sein“ einfach scheiße ist, dann hilft das am meisten. Als nächstes haben wir die Ermittlungsbehörden und die Gesetze. Aber was Facebook da für eine Rolle spielen soll, ist mir weiter unklar.

  • Jan Schach

    Ignore, wie man in den Wald…so schallt es heraus. Sagt man nix passiert auch nix.

  • Haha, Junge du bist echt ein Brüller.

    „Das Problem“ heißt in diesem Fall „Enno Lenze“ und nicht Facebook.

    Du forderst die Leser mit deinem teilweise hirnlosen Kommentaren doch heraus dich zu kommentieren. Wie diese Kommentare dann ausfallen können steuerst du (hoffentlich noch ganz bewusst) selbst.

    Das man deine Aussprüche als kleingeistig empfindet darf man dir aber noch sagen ohne das du wieder herum heulst, oder.