Die digitalen Werkzeuge der Piratenpartei

Kommunizieren mit Technik

Die Piratenpartei hat viele praktische Wege, um zu kommunizieren. Jeder hat seine Vor- und Nachteile, jeder hat seine Daseinsberechtigung. Hier möchte ich diese Werkzeuge kurz erklären, für alle Unwissenden.

Maillisten – Emails an alle Abonnenten

Jeder weiß, was eine Email ist. Bei einer Mailliste schickt man die Email an eine Listen-Adresse, von wo aus sie an alle Empfänger verteilt wird. Die Listenteilnehmer können die Adressen der anderen Listenabonnenten nicht sehen. Man sieht lediglich die Absendeadresse derer, die eine Email an die Liste schreiben. Üblicherweise werden über Maillisten keine Anhänge verschickt. Man kann einfach viele Leute erreichen, man kann diskutieren und man kann die Listen abbonieren, die man gerne hat.
Ein Nachteil ist, dass es bei vielen Teilnehmern schnell unübersichtlich wird. Möchte man z.B. einen Termin koodinieren und sagt „Morgen um 10?“, so kann es sein, dass über Stunden die Teilnehmer darauf antworten, andere Vorschläge machen, oder Leute einfach nur „ja“ oder „nein“ antworten. Man weiß bald nicht mehr, wer sich auf was bezieht. Von Vorteil ist dagegen, dass man die Emails beliebig lange nachlesen kann; oft gibt es auch ein Archiv für die Emails, die über die Liste gingen, bevor man diese aboniert hatte.

Chat – Textbasiertes Unterhalten

Chats sind bei der Piratenartei eher weniger verbreitet. Hier trifft sich eine undefinierte Gruppe von Leuten, um sich in Echtzeit in Textform auszutauschen, wie bei einem Gespräch. Normalerweise gibt es keine Aufzeichnung davon, aber man kann akute Dinge schnell abklären. Jeder sieht und liest jeden. (Also im Normalfall, wenn man nicht explizit privat mit einer Person chattet.)

Blogs – Redaktionssystem

Blogs sind einfach Homepages, auf denen bestimmte Leute Artikel veröffentlichen können. Andere lesen diese und können (meist) Kommentare veröffentlichen. Es ist eher unidirektional, man kann es beliebig lang nachlesen, wie eine Zeitung.

Wikis – Sich ändernde Informationen gemeinsam pflegen

Wiki ist ein Wort aus einer hawaiianischen Sprache und heißt so etwas wie „schnell“. Vereinfacht gesagt ist ein Wiki eine Homepage, an der viele Leute (nämlich alle, denen man es erlaubt) mitbasteln können. Aber während bei einem Blog die Inhalte nach der Veröffentlichung nicht mehr geändert werden, sind sie in einem Wiki oft im Wandel. Auf der Startseite des Piratenpartei Wikis sind z.B. die aktuellen Veranstaltungen zu sehen.
Auch kann man an Textentwürfen und ähnlichem gemeinsam arbeiten. Aber immer nur nacheinander. Im Text sieht man dann nicht, wer was geschrieben hat. Aber es gibt eine Historie, in der detailliert steht, wer wann was geändert hat. Dies wird genutzt, um Informationen zu veröffentlichen, die von wenigen Leuten geschrieben und von vielen gelesen werden, die sich aber regelmäßig ändern. Zum Beispiel die Treffpunkte und Uhrzeiten von Veranstaltungen. Man kann Inhalte in Kategorien zusammenfassen. Auch wird in Wikis sehr viel zu anderen Wiki-Artikeln verlinkt.

Pads – in Echtzeit simultan schreiben

In einem Pad können mehrere Leute zeitgleich an einem Text arbeiten. Jeder Bearbeiter hat eine eigene Farbe. Am Rande ist ein kleiner Chat, in dem man sich koordinieren kann. Pads sind reine Arbeitsmittel, in denen Texte gemeinsam verfasst werden, die dann aber woanders verwendet werden. Man kann z.B. bei einer Veranstaltung mit mehreren Leuten in einem Raum sitzen und, ohne zu reden, ein gemeinsames Protokoll schreiben. Der Text aktualisiert sich in Echtzeit. In der Chatbox kann man sich koodinieren und z.B. abstimmen, wer welchen Teil protokolliert. Dritte können zu Hause sitzen und das wachsende Textprotokoll verfolgen. Oft korrigieren andere direkt Tippfehler, recherchieren Namen und Funktionen oder ähnliches. Man spart sich eine Revision in mehreren Schritten. Die Texte landen dann im Wiki, auf einer Homepage, in Pressemitteilungen oder ähnlichem.

Mumble – Sprach-Konferenz

Neben den diversen textlastigen Varianten gibt es einen Sprachchat, welcher Mumble heisst. Auf einem Mumble-Server gibt es diverse vorher festgelegte Räume, z.B der einzelnen Arbeitsgruppen oder von Ortsverbänden. Auch hier gibt es einen zusätzlichen Textchat. Dieser eignet sich, um Redewünsche anzumelden oder Links auszutauschen, die man kaum in Worte fassen könnte. Nachteil ist, dass es bei vielen Leuten schnell durcheinander gehen kann. Von den Konferenzen kann man Mitschnitte machen; das ist aber eher unüblich.

Kombinationen

Oft benutzt man diese Dinge kombiniert. Ein Besipiel aus der Pressearbeit: Im Wiki steht, wer sich um die Pressearbeit kümmert, wo man sich trifft und wer zum Team gehört. Man trifft sich (sofern möglich) im echten Leben, koordiniert aktuelle Pressemitteilungen über eine Mailliste: „Ufos in Berlin gelandet – wir müssen schnell reagieren“. Sofort macht man ein Pad auf und schreibt gemeinsam an der Pressemitteilung. Jemand tippt eine Idee runter, ein anderer formuliert aus, wiederum jemand anderes korrigiert die Rechtschreibung, und der Vierte recherchiert Links mit weiterführenden Informationen. Sobald der Text fertig ist, wird er im Blog als Artikel veröffentlicht. Regelmäßig redet man im Mumble mit anderen Presseteams und tauscht sich aus.

  • Pete

    Das gefällt mir sehr gut! ist nicht nur für piraten lehrreich sondern auch für die normalverbraucher hilfreich. und man versteht den inhalt auch, wird ja oft vergessen.
    weiter so!

    gruss

    pete