HIV, Werbewirtschaft und Berlin.de

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Die Homepage Berlin.de ist zugekleistert mit Werbung. Ich finde das peinlich und teilweise gefährlich. Peinlich ist es, weil es so aussieht, als könne man sich einfach keine werbefreie Homepage leisten. Gefährlich, weil hier auch Leute aufschlagen, die z.B. nach einer Sucht-, Familien- oder HIV-Beratung suchen. Auch diese Hilfesuchenden werden komplett von der Werbewirtschaft durchleuchtet und ihr Surfverhalten wird protokolliert. Gerade auf der Homepage der eigenen Stadt und auf der Suche nach solchen Angeboten erwartet man Diskretion und wenigstens ein bisschen Anonymität.

Wenn man lange genug sucht, bekommt man auf Berlin.de sogar einen Hinweis darauf auf einer Unterseite der AGBs und dort Links zu Anleitungen, wie man Cookies im Browser deaktiviert. Wer das ernsthaft machen soll, bleibt mir schleierhaft. Ich habe es auch erst nach ein paar Minuten und gezieltem Suchen gefunden. Nur einen Absatz weiter findet man die beruhigenden Wort

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Angesichts mehrerer Dutzend Cookies von allen möglichen Anbietern ist unklar, wie wenige „besonders befugte“ Menschen es hier wohl geben mag…

berlin-deIn dem Zusammenhang wundert es einen dann gar nicht mehr, dass es am Fuße der Seite Links zu kommerziellen Websites gibt oder Kooperationen mit Gutscheinanbietern, die ohne eine „Werbung“ oder „Anzeige“ Kennzeichnung ihre Angebot auf der Seite bewerben.