Jahresrückblick 2014

Das Jahr 2014 war für mich sehr turbulent und statt weniger zu machen, wurde es immer mehr – aber es macht Spaß. Daher habe ich meinen Jahresrückblick diesmal thematisch gegliedert und nicht chronologisch. Euch erwartet eine Zeitreise durch Berlin Story Bunker, Berlin Story Verlag, Alles über Berlin Souvenirshop, Historiale e.V. und meine Kriegsberichterstattung aus Kurdistan (Nord-Irak).

Berlin Story Bunker
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Am 1. Januar übernahm ich den Berlin Story Bunker, ehemals Anhalter Bunker. Der 3.600qm große Bunker erstreckt sich am Potsdamer Platz über fünf Etagen, hat jeden Tag geöffnet und kann für Events und Dreharbeiten gemietet werden. 17 Jahre lang war er lediglich als „Berliner Gruselkabinett“ beworben worden. Nachdem ich 3.600qm gesichtet hatte, mussten rund 50qm Schrott raus und 2.100qm renoviert werden. Die alte „Hexenbar“ flog raus und wich einem aktuellen Café im Amercian Diner Stil. Auch musste der historische Kern des Gebäudes viel mehr zur Geltung kommen. Ich habe in diesem Jahr extrem viel mit Berliner Unterwelten zusammen gearbeitet und die aktiven Leute des Vereins lieben gelernt. Inzwischen kenne ich viele Berliner Bunker und wir arbeiten an gemeinsamen Projekten, die besonders 2015 spannend werden.

Alles über Berlin Souvenirstore
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In meinem Souvenirstore Unter den Linden gab es nur ein paar Änderungen: Wir arbeiten mit mehr kleineren und weniger großen Lieferanten zusammen, dies hatte vor allem organisatorische Gründe. Die Produktpalette hat sich im großen und ganzen nicht geändert, aber man merkt jedes Jahr, wie sich Trends ändern. Dieses Jahr musste alles mit Neonfarben oder wie beim Streetart-Künstler Banksy sein. Problem ist weiterhin die U5-Baustelle Unter den Linden, welche nochler bis 2019 bleiben soll und erfolgreich Kunden verscheucht.

Berlin Story Verlag
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Der Berlin Story Verlag hat in diesem Jahr 52 Titel gedruckt, also im Durchschnitt jede Woche einen. Insgesamt haben wir etwa 100.000 Bücher gedruckt. Beim Umsatz haben die eBooks nur 1% ausgemacht. Das Team bleibt weiterhin klein, das Programm klar auf Berlin ausgerichtet. Wir haben den Umzug des Verlags nach Kreuzberg ans Engelbecken vorbereitet, im Januar geht’s los. Der Versand der Bücher wird ab dann über den Dienstleister VAH Jager in Falkensee gemacht. Mit über 100.000 Büchern im Lager macht man das einfach nicht mehr selber.

Historiale
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Wie schon im vergangenen Jahr fand auch in diesem Jahr kein Historiale Festival mehr statt. Kultur komplett selber finanzieren (und dann noch im sechs-stelligen Bereich pro Event) klappt leider nicht. Somit konzentrierten wir uns weiterhin auf die Geschichtsvermittlung mit einfachem Einstieg im Historiale Berlin Museum. Dieses zieht im ersten Quartal 2015 in den Berlin Story Bunker.

Kurdistan, meine Liebe
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Im Juni verschlug es mich erneut nach Kurdistan im Nord-Irak. Seit 2011 bereise ich die Gegend, damals lud mich Siggi Martsch (die Grünen) zu einem Vortrag ein. Er kennt mich, seitdem ich sehr sehr jung war. Ich folgte diesmal der Einladung des Premierministers der Autonomen Region Kurdistan, Nechirvan Barzani. Man nimmt dort gerne Journalisten auf und lässt sie frei aus dem Land berichten – ganz im Gegenteil zum Iran oder Syrien drum rum. Eine Woche lang besuchte ich die Peschmerga/ISIS Front von der türkischen bis zur iranischen Grenze. Zusammen mit Enno Heidtmann waren wir die ersten westlichen Journalisten, die die Generäle in Kirkuk und Mossul interviewten. Wir waren die ersten, die die Zerevani Quick Respond Force besuchen durften (nachdem BBC und CNN abgewiesen worden waren) und ich sprach mit Dr. Najmaldin Karim (PUK), dem Gouverneur von Kirkuk, über eine bevorstehende Unabhängigkeit Kurdistans. Südlich von Kirkuk und in Mossul kamen wir bis an die Kampflinie und standen der ISIS gegenüber, welche sich in dem Fall aber überraschend zurückhalten verhielt. Meinen Reisebericht findet man hier.

Als ich zurück war, erstattete ich mehreren Botschaften und Parteien Bericht. Ich hielt viele Vorträge und vermittelte Journalisten und Geschäftsreisenden Kontakt zu den Leuten vor Ort. Der FDP-Politiker und langjährige Freund von mir Tobias Huch fuhr selber hin und besuchte meinen Freund Gunter Völker vor Ort. Er lebt seit acht Jahren in Erbil und betreibt dort einen deutschen Biergarten. Beide zusammen kamen zur Zeit der „Ice Bucket Challange“ auf die Idee etwas sinnvolleres mit Wasser zu machen, als es sich über den Kopf zu schütten. So entstand die Aktion „Wasser für Kurdistan“, welche bisher über eine Million Wasserflaschen an Flüchtlinge in Kurdistan lieferte. Man muss lediglich eine SMS mit dem Wort KURDISTAN an die 81190 senden und schon spendet man 5€ (von denen 4.83€ direkt in Wasserflaschen umgesetzt werden).

In Januar ist mein nächster Trip geplant.