Keine Finanzierung – Keine Historiale 2013

Seit sechs Jahren gehöre ich zu den Organisatoren des Geschichtsfestivals „Historiale„. Dabei wird ein einwöchiges Programm rund um einen historischen Jahrestag organisiert. Stadtführungen, Vorträge, Podiumsdiskussionen, Geschichtsdarsteller (die ihre Rollen leben und nicht nur Kostüme tragen) sowie Talkshows gehörten dazu. Zusätzlich gab es einen historischen Markt mit Handwerkern, Geschichtsvereinen, live Musik, live Interviews mit historischen Persönlichkeiten wie Friedrich dem Großen oder Einstein (durch Geschichtsdarsteller) im Nikolaiviertel.

historiale-2006

Im Laufe der Jahre haben wir die Historiale zum größten Geschichtsfestival Europas aufgebaut. Bis zu 300 Darsteller, 50 Partner (u.a. die Vertretung der Europäischen Kommission, Studio Babelsberg, Zeughaus Kinnemann), 90.000 Besucher, coole Locations wie das Abgeordnetenhaus von Berlin, das Rote Rathaus oder das Nikolaiviertel.

historiale-2007

Das war viel Arbeit und durchgehend ein Ehrenamt. Ich habe rund 2 Monate im Jahr nur für dieses Projekt gearbeitet und musste immer zu sehen, dass ich die Zeit finanziert bekomme (während einem gleichzeitig unsterstellt wird, man würde es nur des Geldes wegen machen).

historiale-2008

Wir haben das Ziel, Geschichte mit niedrigem Einstieg zu vermitteln, erreicht. Wir haben vielen Besuchern viel Freude bereitet. Doch wir können es nicht mehr finanzieren. Es klafft eine große Lücke, und selbst wenn diese überraschend doch noch geschlossen werden könnte, reicht die Zeit nicht mehr, um das Event überhaupt noch zu organisieren. Wir hatten immer fast ein Jahr Vorlauf. Wir könnten ein beliebiges Straßenfest machen, ohne Tiefgang, ohne Geschichtsvermittlung. Aber warum?

historiale-2009

Daher müssen wir uns dieses Jahr der Realität stellen und einsehen, dass ein hochwertiges Event nicht mit wenig Geld finanzierbar ist. Daher fällt die Historiale 2013 leider aus!

historiale-2010Ich denke an die 30.000 Leute, die Napoleon begrüßten, an den 6 Meter Cadillac und die Rockabillies, an den Barrikadenkampf auf dem Alexanderplatz und daran, wie ich mit einer Sporttasche voller Gewehre durch die Wache des Berliner Abgeordnetenhauses gehen musste.

historiale-2011Man erlebt viel und lernt viel. Über Pressearbeit, Führung von preußischen Soldaten und wie man Dinge wie 500 Sandsäcke oder 200 Särge in kurzer Zeit organisiert. Alles Fähigkeiten, die sich irgendwann bezahlt machen (werden).

Für dieses Jahr gibt es genug andere Projekte für mich persönlich und für den Historiale e.V. Dort nicht zuletzt das Historiale Berlin Museum (Unter den Linden), das auch ein nicht zu verachtendes Projekt ist.

historiale-2012