Kleine Titten sind wie Flüchtlinge

fluechtlinge-sind-wie-kleine-tittenGestern Abend las ich auf Facebook von Sophia Thomalla „Kleine Titten sind wie Flüchtlinge: Sie sind nun mal da, aber eigentlich will man sie nicht“ – OK dummer Rassismus, wie er von einer Minderheit der Deutschen immer wieder gerne bedient wird. Sie ist Moderatorin bei RTL und hat offensichtlich viele Fans. Ich war gespannt, was am Morgen danach die Ausrede für diesen Post sein wird: Von der Maus gerutscht? Nicht gewusst, was ein Flüchtling ist? Gehackt worden? Im weiteren Verlauf dieser Sache fiel mir auf: Ich kenne die Dame nicht, gucke kein Trash-TV und kenne die Insider-Witze davon nicht – finde ich bei der Aussage aber auch belanglos, weil es da wenig Auslegungsspielraum gibt. Die Auflösung worum es ging folgte auf dem Fuße: „Leute, Leute….2.000 Follower mehr in 45 min. nur mit Titten und Flüchtlingen… Q.e.d.Micky Beisenherz“ – Na jetzt ist alles klar, oder? Naja irgendwie nicht. Sie freut sich halt, dass ihr Rassismus ankommt. Aber es folgte eine weitere Begründung, die dann doch etwas verständlicher war.

Ein Experiment und mal bewusst provoziert. Wir wollten sehen, wer tatsächlich allen Ernstes denkt, das DAS ERNST gemeint war! Ist schon irre, das tatsächlich einige denken dass hier Follower gesucht werden. Wir haben der Gesellschaft mal bewusst den Spiegel vorgehalten und bekommen doch tatsächlich Likes für diesen Blödsinn.

Und da finde ich ein paar Sachen merkwürdig dran:

Diese Erklärungen bekommt man ja nur mit, wenn man wieder und wieder ihre Facebook Seite besucht und zwischen Beiträgen von einem Stück Kuchen und Werbung für eine Zeitschrift darauf stößt. Tausende Menschen haben den Beitrag kommentiert oder geteilt ohne dass diese Leute es nun mitbekommen.

Unsere Gesellschaft hat alleine im vergangenen Jahr rund eine Million Flüchtlinge aufgenommen und Problemlos versorgt. „Wir“ Bilden die Peschmerga im Kampf gegen den IS aus, versorgen sie mit Waffen und Ausrüstung. Eine kleine Minderheit wählt rechts. Wenn man der Gesellschaft also den Spiegel vorhalten will, dann sollte man ein großes „Danke!“ posten. Oder liegt es an der eigenen Filterbubble? Meint sie, Rassismus sei normal und daher könne man so etwas als Spaß schreiben?

Hintergrund des Beitrages sollte die TV Sendung Circus Halli Galli sein – Ich habe sie ein mal ein paar Minuten gesehen, aber nicht ausgehalten. Diese dementierten aber sofort.

Scheinbar hielt die Dame es also eigenständig für einen tollen Spaß gegen Flüchtlinge zu hetzen um zu sehen, wie viele Likes man damit generieren kann. Das ist natürlich etwas ganz anderes. Es ist nicht einfach Fremdenfeindlich, sondern man nutzt Fremdenfeindlichkeit als Vehikel für die eigene Bekanntheit. 

screenshot-www-facebook-com-2016-10-01-09-55-27Auch fällt auf, dass Fremdenfeindliche Kommentare einfach stehen gelassen werden. Wenn man Gesellschaftskritik üben wollte, müsste man diese doch kommentieren, Löschen oder irgendwie damit umgehen. Auf am Mittag danach sind solche Kommentare vorhanden und auf der Seite wird weiterhin Eigenwerbung gepostet.

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Für mich sieht es eher so aus, dass man mit ein bisschen Fremdenhass mal ein paar Likes abstauben wollte um dann zu sagen „HAHA war ein toller Witz, ne!?“ – Auch wenn einem irgendwie niemand erklären kann, was jetzt der Witz oder die Gesellschaftskritik war.

  • Decon

    Danke für den Bericht. Wäre mir sonst entgangen.

  • http://i.imgur.com/Pvs7w9y.png
    Manchen Leuten täte mal ne Runde 4chan gut, denn: „Ironic shitposting is still shitposting!“