F.A.Q.

F.A.Q. zu meiner ehrenamtlichen Kriegsberichterstattung

Ich dachte „Kurdistan“ gibt es gar nicht?
Kurdistan ist das Siedlungsgebiet der Kurden – warum sollte es da nicht geben? Dann würde das Volk entweder nicht existieren oder die Erde hätte dort, wo Kurden hintreten, ein Loch. Der Begriff ist mehrfach definiert. Zum einen ist es das zusammenhängende Gebiet, welches sich über den Irak, Iran, Syrien und die Türkei erstreckt. Zum anderen Regelt Artikel 141 der irakischen Verfassung den Status sowie die Grenzen der Autonomen Region Kurdistan – kurz „Kurdistan“. Somit gibt es also auch ein legaldefiniertes Kurdistan.

Wieso hast du damit angefangen?
Ein Freund von mir (der grüne Politiker Siggi Martsch) war seit Anfang der 90er in der Autonomen Region Kurdistan. Durch ihn kam ich 2010 das erste mal als Urlauber dort hin. Ich lernte Freunde kennen, die wegen des ISIS Krieges auf einmal an der Front standen. Ich wollte sehen, wie die Lage vor Ort ist und wie es ihnen geht.

Wer zahlt das?
Im großen und Ganzen trage ich die Kosten für meine Ausrüstung und die Reisen selber. Immer wieder werde ich vor Ort von der kurdischen Regionalregierung, Parteien oder Organisationen unterstützt. So werde ich oft von Kräften vor Ort hin und her gefahren oder erhalte umfangrechen Schutz durch die Peschmerga (Armee) oder Asayîş (Nachrichtendienst).

Wie bereitest du dich vor?
Sport um mit der Ausrüstung rennen zu können (ca. 25kg), „Combat 1st Aid“-Training um Verletzungen versorgen zu können und Vorgespräche mit Sicherheitsbehörden um die Lage einschätzen zu können.

Hast du Angst?
Am Anfang natürlich, aber mit der Zeit wird man immer Ruhiger. Das Sicherheitsteam um mich rum besteht aus erfahrenen Soldaten, die schon gegen Saddam gekämpft haben. Diese sind in jeder Situation ruhig und gelassen, das überträgt sich auf einen.

Was sagt deine Familie?
Die sind Kummer mit mir gewohnt 😉 Natürlich machen Sie sich Sorgen, aber ein großes Problem ist es nicht.