Landesparteitag 2012.1 in Schleswig-Holstein

Der Plan

Der Plan war verwegen: Wir gucken uns einen Parteitag in einem anderen Bundesland an,  dazu noch im Westen. Von sieben Leuten die mit wollten blieben nach Zoll und Grenze (oder anderen vorgeschobenen Gründen) nur noch zwei zur Abfahrt übrig. Aber wir versuchten uns an diesem Wagnis.

Die Anfahrt und danach

Vor der Abfahrt fragte Torch, der Spitzenkandidat der SH Piraten, ob wir einen Satz Berliner Wahlkampfplakate mitbringen können. Also furhen wir in der Nacht noch mal in eine der Sammelstellen und holten einen Stapel Plakate ab. War der Wagen zunächst mehrfach ausgebucht, sagten nach und nach die Leute ab, so dass wir zur finalen Abfahrt nur noch zu zweit waren. Der Mitfahrer dazu noch zu spät! Nach einem Ausgibigen Frühstück von Fisherments und Espresso begann die große Reise. In der wunderschönen Landeshauptstadt Kiel angekommen war die Landesgeschäftsstelle schnell gefunden. Wir konnten noch mit Expertise bei Ubuntu-Installationen glänzen (ob man da stolz drauf sollte?) und begannen das Internet zu nutzen.

Der Parteitag findet  nur am Sonntag statt, es werden (inklusive Gästen) ca. 100 Leute erwartet. Was tut man also schon Samstag hier? In drei Monaten werden wir hier einen Landesparteitag haben, eine Woche später kommt die Landtagswahl. Da gibt es viele Leute kennen zu lernen, viele Dinge zu planen und zu besprechen. Wir wollen den LV beim Wahlkampf unterstützen, wo wir können. Wir müssen hier mit deutlich über 5% in den Landtag und das können wir auch schaffen.

Den ganzen Tag sind Journalisten zu gegen, fragen mal mehr mal weniger spannende Dinge und bewundern die neuen Räumlichkeiten.

Ab Abend ging es mit Pizza und Internet in die große Runde: Was ist eigentlich Stand der Dinge  in Schleswig-Holstein? Wie können wir helfen? Und wer ist eigentlich das jeweilige Gegenüber. Moskovskaia und Astra sorgen dafür, dass die Redenplanung für den kommenden Tag immer Flammender wird, bis auch Kungler eine haben will.

#LPTsh121

Studio vom Offenen Kanal SH

Studio vom Offenen Kanal SH

Der nächste Morgen kam früh. Um sieben Uhr mussten wir zügig zur Landesgeschäftsstelle, Leute einladen, dann zum Kiek In. Das Pressezentrum wurde schnell aufgebaut und besetzt, nach kurzen Schwierigkeiten Stand der Stream des Offenen Kanal Kiel.  Der Landesparteitag ist also nicht nur im Internet zu sehen, sondern auch im lokalen Fernsehen.

Neben der üblichen Print Lokalpresse sind Kamerateams von RTL, NDR und freien Teams vor Ort. Das Pressezentrum ist gut besetzt, es finden viele ausführliche Gespräche in kleiner Runde statt. Es entstehen spannende Diskussionen unter den Journalisten. Sharing is Caring! Was ist besser, als wenn diese Leute sich über unsere Themen unterhalten?

Pressekonferenz

Bei der Pressekonferenz kommen interessante Fragen. Ein Journalist fragt, wie der Antrag auf Ende der Schulpflicht gemeint ist. Ihm wird erklärt, dass jeder Anträge stellen kann. Er ist sichtlich irritiert, dass „Der Landesvorsitzende Die Anträge seiner Kommission nicht kennt„. Später fragt eine Journalistin, wie Basisdemokratie im Landtag funktionieren soll. Man könne ja nicht alle Entscheidungen mit der Basis abstimmen. Mir scheint, ihr ist die Geschwindigkeit von Twitter und LQFB nicht bekannt. Man sieht, dass wir noch viel Aufklärungsarbeit vor uns haben. Die Journalisten sind immer wieder irritiert, weil bei uns viele so sehr anders läuft.

Ein Journalist hat nach „Meinen Sie, dass Sie mit einem Lückenhaften Wahlprogramm, was mehr Fragen offen lässt als beantwortet, antreten können?“ Wolfgang Dudda antwortet ihm: „Wir erarbeiten uns unser Programm selber. Man kann von uns nciht glaubwürdig verlangen, dass wir jetzt schon alles wissen. ich habe z.B. keine Ahnung von Landwirtschaft. Aber diese Arbeit danken uns die Leute auf der Straße“ – Sehr treffend, wie ich meine!

Dudda: „Die Staatsanwaltschaft ist vor die Wand gefahren. Sie können über den Generalstaatsanwalt ausgebremst werden.“ –
Journalist „Können Sie das belegen?
Dudda: „Ja, da gibt es viele Fälle zu (führt einen auf). (…) Die Staatsanwaltschaft ist zusätzlich überlastet“
Journalist: „Wollen Sie also Mehr Staatswanwälte?
Dudda: „Nein, wir wollen andere Gesetze, schnellere Bearbeitungszeiten, (führ Beispiele auf mit langer Uhaft, unklaren Zuständigkeiten).
Journalist: „Ich hatte die Piraten bisher als rechtstaatliche Partei  gesehen. Wollen Sie also eine Situation wie in den USA? Ich verstehe ihre Antwort nicht.
Anderer Journalist: „Gut, aber wir ändern wir das denn nun?
Dudda: „Wir müssen dafür sorgen, dass keine Weisungen, auch nicht über Bande, bei  den Staatsanwaälten landen

Die Diskussion zieht sich länger, führt aber zu keinem klaren Gewinner.

Der restliche Tag

Ein Journalist fragt wo er die Anträge und den Bearbeitungsstatus findet. Twitter hat er, einen Browser auch. Er wird in Informationsbeschaffung geschult.

Am Mittag kommt Andreas Baum (nach einer sehr verspäteten Zugfahrt an). Den restliche Tag verbrachte ich mit Gesprächen mit unmengen Leuten.

Der Parteitag war für mich ein großer Erfolg, auch wenn ich vom eigentlichen Parteitag kaum etwas mit bekam. Ich habe viele neue Kontakte mitgenommen und freue mich auf die Wahl!