Liebe Piraten, Wir sind die Elite

Nun, der Titel mag etwas hoch gegriffen sein, aber nicht viel. Ich hatte in den letzten Wochen viele Gespräche mit Politikern, Journalisten, anderen Leuten und meinen Peergroups. Dabei kam im großen und ganzen raus: Es ist Wahnsinn, was die Piraten leisten.

Natürlich gibt es Leute, die sich an den Gates aufhängen oder die meckern, weil alles wie bei den Grünen sei oder sonst was. Das stimmt so nicht.

Die Grünen bestanden aus vielen Leuten, die bereits jahrelange Erfahrung mit der Politik hatten. Sie konnten große Reden schwingen und sie konnten mit der Kritik der Medien umgehen. Vorallem aber waren sie langsam in ihre Rollen gewachsen. Bei den meisten Piraten ist das nicht der Fall. Es gibt zwar etliche die Ahnung von Wirtschaft, Programmierung, Nahverkehr oder ähnlichen Sparten Ahnung haben und sich dort auch sehr engagieren, aber große Politik hat wohl kaum einer gemacht. Richtig in der Öffentlichkeit stand auch kaum jemand. Das Ganze ist also nicht vergleichbar.

Die Partei wird immer an den etablierten Parteien gemessen. Auch da besteht ein ungleichgewicht. Zum einen in der Erfahrung auf dem politischen Parkett zum anderen in der finanziellen Austattung. Was aber haben die Piraten zu bieten?

Währen die bundesregierung bisher kein Sinnvolles e-Petitionssystem hat (siehe Alvars Kritik daran) obwohl sie zehntausende Euro für ausgaben, hat die Piratenpartei mit Liquid-Feedback ein System was sehr weit entwickelt ist.

Während man auch auf Berlin.de große Probleme hat überhaupt Protokolle von Bezirksverordnetenversammlungen, dem Abgeordnetenhaus oder ähnlichem zu bekommen kann man bei den Piraten fast jedes Protokoll in Echtzeit verfolgen, später lesen oder die Ausführlichen Kommentare in Blogs und auf Twitter dazu lesen.

Zu guter letzt sagte jemand, der viele Parteitage vieler Parteien sah, dass die Piraten sehr eloquendt auftreten, gute Redner haben und gut strukturiert sind. Während man auf anderen Parteitagen bis zu 15 Minuten Redezeit hat wird bei uns davon ausgegangen, dass alle im Raum wissen worum es geht. Kommentieren kann man im Internet, Meinung äußern mit Schildern. Da reichen 60 Sekunden Redezeit aus, die oft genug nicht mal genutzt wurden. Das geht. Die Leute sind es Gewohnt eine begründete Aussage zu etwas in 140 zeichen zu packen.

Auf der anderen Seite haben wir fünfzehn Leute im Berliner Abgeordnetenhaus sitzen. Unter anderem sitzt dort Suse, die vom Abitur zum Mandat ging. Und dennoch geht das Abendland nicht unter.

Wenn man also all diese Punkte zusammen fasst: Kaum Erfahrung, kein Geld, andere Weltsicht, dann muss man auch mal zu schätzen wissen, was hier alles gestämmt wird. Das ganze nur durch Mut, Engagement und viel Zeit die man irgendwoanders einsparen muss. Dieser Teil der Geschichte wird leider viel zu selten gesehen.