Mein Interview für T-online

In einem Interview  mit Interview mit T-Online gab es von mir am Telefon eine kurze Antwort,  die ich hier mal genauer erklären möchte.

Anders ist es bei den Kurden in Syrien oder in der Türkei. Da war ich nicht, die Leute kenne ich auch nicht gut. Aber denen würde ich nicht ohne weiteres Waffen liefern. Weil sie keine kontrollierten Truppen sind von einer Regierung und auch gar nicht Rechenschaft ablegen müssten.

YPG, PKK usw. sind keine rechtlich gesehen Armee und unterstehen keinem klaren Rechtssystem. Im Sinne des Landes in dem Sie operieren (Syrien, Türkei) sind die Illegal. Das heißt also, dass man ihnen schlecht mit rechtlichen Konsequenzen drohen kann, sollten Sie gelieferte Waffen nicht gemäß der Absprache nutzen. Für alles Fehlverhalten der Peschmerga kann man die kurdische Regionalregierung (KRG) verantwortlich machen. Man kann Handelsbeziehungen und diplomatische Beziehungen mit ihnen beenden oder ihnen einfach keine Waffen mehr geben usw. Man hat also ein Druckmittel.

Liefert man Waffen an die YPG, so kann man ihnen schlecht mit so etwas drohen. Aus Sicht eines Staates wie Deutschland hat man dann also ein Problem.

Der andere Punkt: Ich kenne weder YPG noch PKK Leute, kann somit (wie im Interview gesagt) nicht sagen ob ich ihnen vertrauen würde oder nicht. Jetzt gerade würde ich, wenn ich es entscheiden müsste, nichts liefern. Erst würde ich die Leute und ihre Strukturen genau kennen lernen wollen und Vertrauen aufbauen.

Ich denke, dass genau diese Argumentation auch bei der Bundesregierung Grund dafür ist, dass sie dort eben nichts hin liefern.

Dass ich sie nicht kenne liegt daran, dass ich bisher nur in Süd-Kurdistan / Nord-Irak war und in den vergangene Jahren, egal wo ich war, nur ein mal auf die YPG getroffen bin. Als ich die YPG sah und mit ihnen sprechen wollten, lehnten sie den Kontakt ab, somit konnte ich mir bisher kein Bild der Leute machen. Ich probiere es beim nächsten Besuch mit besserer Vorbereitung wieder.