Meine unlizenzierten Fotos in den Medien

Mit den Peschmerga im Shingal Gebirge - Je suis Charlie

Mit den Peschmerga im Shingal Gebirge – Je suis Charlie

Am Samstag, dem 17.01.2015 stand ich mit Tobias Huch (FDP) in Shingal, Kurdistan (Irak). Kurz vorher flogen die Granaten und Raketen, hinter uns hörte man Einschläge. Tobias schreibt ein „Interview“ an den IS auf eine Granate der Peschmerga und möchte damit das IS-Interview von Jürgen Todenhöfer kritisieren. Dieses Bild und das Video von mir gehen gerade durch die deutschen Nachrichten.

Ich verdiene mein Geld eigentlich nicht mit Auslandsjournalismus, ich habe einen Verlag für historische Berlin-Titel, betreibe den Berlin Story Bunker und manage ehrenamtlich ein Museum. Meine Berichterstattung an der ISIS-Front ist die Hälfte meines Jahresurlaubes. Es ist mir wichtig über die Gegend zu berichten, gerade weil kaum andere Journalisten vor Ort sind. Mein Material ist so aktuell und wichtig, dass es direkt von Bild, Ruhrbarone und Rudaw lizenziert wurde. Diese picken sich auch nicht nur ein 43 Sekunden Video raus, sondern berichten über die humanitäre Hilfe, die wir für Flüchtlinge leisten. Auch die Aktion „Kurdistan Wasser“ vom ortsansässigen Gunter Völker und Tobias Huch, durch die bisher 1.3 Millionen Flaschen Wasser an Flüchtlinge verteilt werden konnten, wird thematisiert.

Dass mein Material wichtig ist, sieht man daran, dass es von Spiegel Online, Stern, Welt, N24, N-TV, SWR, Mitteldeutsche Zeitung, Express, T-Online, Huffington Post, RPR1, Berliner Zeitung, Allgemeine Zeitung, Focus Online, Hamburger Morgenpost, Rheinische Post, yahoo news und Berliner Kurier  (teilweise nur als Screenshot) verwendet wurde. Leider weisen mich die meisten nicht mal als Urheber aus. N24, Focus Online, N-TV, Liveleak und Spiegel Online haben ihr Logo über mein Video gelegt und verbreiten es eigenständig. T-Online legt im Video einen falschen Urheberrechtshinweis über meinen Namen. Nun kann man argumentieren, dass es ja nur darum geht die Nachrichten zu verbreiten und das sollte ja in meinem Interesse sein. Aber selbst dann sollte es ja kein Problem sein, mich als Urheber zu nennen. Und man sollte kein eigenes Interesse daran haben Geld damit zu verdienen.

Ich fragte jeweils (unter meinem echten Namen) an, ob ich die Szenen, die Tobias Huch zeigen, von ihnen kaufen kann. Das sind Szenen, die nun mal von mir stammen und an denen sie keine Rechte haben können. Bei Spiegel Online sagte mir, dass ich das Material für einen vierstelligen Betrag kaufen kann.  Es ist bereits das 2. Mal, dass man dort ungefragt mein Material verwendet. Von den anderen steht eine Antwort noch aus.

Mich ärgert dieses Verhalten extrem. Es sind einige Redaktionen bei, welche selber sofort den Anwalt schicken, wenn man nur einen Screenshot von ihnen bloggt. Sie sind selber nicht vor Ort gewesen, bringen keinen Erkenntnisgewinn zum Originalmaterial, erklären nicht mal die ganze Story hinter dem Video. Sie nennen mich nicht als Quelle der Bilder, aber mindestens einer würde Geld für mein Material nehmen, ohne etwas dafür getan zu haben. Sorry liebe Leute, das ist kein echter Journalismus.

Wer noch auf einfachem Weg in Kurdistan helfen will schickt ein SMS mit dem Inhalt „Kurdistan“ an die Nummer 81190 und spendet so 5€, was etwa 80 Wasserflaschen entspricht.

 

Updates:

– Spiegel Online hat sich bei mir gemeldet und wir haben einen zufriedenstellende Lösung für beide Seiten gefunden

– T-Online hat sich gemeldet, auch hier haben wir eine zufriedenstellende Lösung gefunden

– Aufgrund des großen medialen Interesses habe ich hier das betreffende Video hochgeladen.

Screenshots von unlizenzierter Nutzung

Spiegel Online

Spiegel Online würde mir mein Material verkaufen – hat aber nun eine Lizenz

 

T-Online

T-Online überblendet meinen Namen im Video

 

Welt.de / N24

Welt.de / N24 gibt es als Material von N24 aus

 

Focus online

Focus online

 

  • nutella

    Auch wenn Du kein Geld damit verdienen willst – mahn sie ab dafür. Die halten immer so schön das Urheberrecht, den Wert von unabhängigem Journalismus etc hoch, da sollten sie sich auch an die Gesetze halten. Das Geld kannst Du dann ja nach Kurdistan spenden, dort ist es mit Sicherheit besser aufgehoben.

    • ABMAHNEN!!!Einseinsdrölf! Meine Güte ich kann es nicht mehr hören, bei Print und Online-Print wird immer jeder direkt über einen Kamm geschoren. Immer sofort abmahnen, gleichzeitig aber über Massenabmahnungen beschweren.

      Wenn man jetzt mal ganz nüchtern nachdenkt: Ja, hier wurden Urheberpersönlichkeits- und auch Verwertungsrechte verletzt. Extrem ärgerlich und Herr Lenze hat auch ein Recht darauf, dass seine Arbeit honoriert wird – finanziell und auch persönlich mit Namensnennung. Gleichzeitig sieht die ganze Nummer hier noch einem riesigen Folgefehler aus. Ich vermute, dass hier irgendwo jemand Nutzungsrechte lizenziert hat, die er nicht lizenzieren durfte. Ansonsten ist 2015 keiner mehr so blöde Fremdmaterial so zu verwenden und mit eigenem Namen zu branden.

      Hier wurde genau das richtige gemacht: Auf einen Fehler hingewiesen, jetzt kann man noch an die Redaktionen herantreten und Lizenzgebühren und eine Namensnennung fordern und erst wenn alles nichts mehr hilft, kann man noch immer abmahnen oder ähnliches, aber am Anfang reicht doch erstmal ein Hinweis auf den Fehler.

      • moriarty

        Das passiert aber ständig. Große Medien bedienen sich gerne mal bei Bildern die sie im Netz finden, und hoffen das niemand meckert. Oder sie bescheißen ganz direkt freie Journalisten. Wer das LSR fordert, und dann so etwas abzieht hat es nicht besser verdient..

        • Das ist doch auch schon wieder Stammtisch-Polemik. Wann hat SPON denn so was mal gemacht? Nicht hier verallgemeinern. Und gerade SPON ist keiner von den verstrahlten LSR-Unterstützern. Ich bin mal gespannt wie SPON hier reagiert, ich tippe drauf, dass sich jemand anders als Rechteinhaber aufgespielt hat.

          • moriarty

            Besorg dir einfach mal einen Realitätsabgleich. Quelle: Internet – Kommt sehr oft vor. Und immer ist es nicht erlaubt.

          • „Sehr oft“ muhahaha, was eine genaue Angabe. Und zum erlaubt: Ich bin Jurist mit Schwerpunkt Medienrecht 😉 das brauchst du mir nicht erklären und ich spreche hier auch keine Rechte ab (hoch scrollen, lesen, verstehen!) nur dieses ätzende Geschrei nach einer als Pönalisierung verstandenen Abmahnung nervt. Es ist einfach dumm und hier vermutlich nicht nötig.

          • wasauchimmer

            In der letzten SpiegelTV Ausgabe habe ich es auch wieder lesen dürfen „Quelle: Internet“, es ist einfach keine seltenheit. Und Focus Online macht das gleiche, bietet nicht mal einen Link zum Quellvideo an und denkt wenn sie das Video „Remixen“ mit ihren Sprechern und Intro und Slowmo ist es getan und sie sind Urheber.

          • T‘

            Ach, als Student ist man bereits ein Jurist?

            Cool. Gleich mal für Medizin, Jura und Psychologie einschreiben, dann kann ich überall als Fachmann mitdiskutieren. Für Wirtschaftsfragen bin ich ja bereits ein Profi, da ich ein Jahr Wiwi als Nebenfach hatte!

            Der oben erwähnte Punkt „Quelle: Internet“ ist extrem verbreitet. Wenn du paar Beispiele sehen willst, kannst du ja beim Herrn Niggemeier nachschlagen. Da findest du reichlich.

          • 😉 ich habe ja nicht gesagt, dass ich Rechtsanwalt bin. Tatsächlich ist Jurist keine geschützte Berufsbezeichnung – ebenso könnte ich mich auch Journalist nennen. Nach dem ersten Staatsexamen finde ich die Bezeichnung allerdings nicht ganz verfehlt, in Köln wurde hier bis 2008 der Titel „Diplom Jurist“ verliehen 🙂

            Und der erwähnte Punkt „Quelle Internet“ ist mir als Blogger (übrigens auch nicht geschützt, bevor jetzt wieder gemeckert wird) natürlich als Problem bekannt. Darum ging es aber nicht. Hochscrollen, lesen, nachdenken, verstehen. Ich habe gesagt, dass es eben auch ein Versehen sein kann und daher das Fordern von Abmahnungen im Internet häufig einfach quatsch ist (zumindest wenn es als Synonym für eine Abmahnung durch einen Anwalt (geschützte Bezeichnung) genutzt wird).

          • sputnik1969

            Falsch, es IST nötig. Warum? Aus gesamtgesellschaftlicher Sicht. Die medienkonzerne bezahlen unsummen an Lobbyisten, die unsere Politiker beschwatzen und bestechen, damit unser „Urheberrecht“ so ist, wie es ist: Vorteilhaft für Verwerter, Mäßig für Medienschaffende und Urheber und schlecht für den Konsumenten. Sollen sie endlich mal ihren eigenen Dreck fressen und lernen damit vielleicht, dass auch SIE eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung tragen und wir ein neues Urheberrecht benötigen, das ein echtes „Fair-Use“ erlaubt und nicht die Verwertergesellschaften bevorzugt behandelt. Erst wenn sie den Mist gefressen haben und selbst (am besten jeden tag) erleben, wie BESCHISSEN unser Urheberrecht durch IHRE Intervention ist, werden sie VIELLEICHT Vernünftig… Aber dran glauben tu ich nicht… Trotzdem: Auge um Auge, Zahn um Zahn… Wer die besseren Waffen (=mehr Geld) hat, muss damit leben, wenn ihm auch mal ein Zahn ausgeschlagen wird, wenn er zu viel damit rumspielt.

          • dahauns

            Lieber Lars, ich empfehle mal eine eingehende Lektüre von Bildblog & Co.

          • nunjer

            bring dich bitte um

          • Erstaunlich wie schnell man bei Facebook-/YouTube-Niveau angelangt. Aber du hast Recht, deine Bitte (hey, höflich, erstaunlich) hat mich überzeugt das dauernde Abmahnungs-Geschrei jetzt gut zu finden.

          • Alex Kasakow

            Hallo. Klar! Was für eine Ironie! Es gibt etliche Beispiele von Bloggern, wo große Online-Magazine oder sogar Zeitschriften Bilder klauen ohne den Urheber anzugeben. Vor allem aus dem Food-Bereich sieht man ganz oft, da wird bei Facebook und anderen Medien einfach die Bilder gepostet und als eigene ausgegeben. Ist das gerecht?

            SPON als Engel im Netz darzustellen ist die nächste Ironie.. (:

          • Gutmann

            Gerade der Spiegel wildert doch so etwas ungezügelt im Netz herum, wie u. a. die missbräuchliche Verwendung von Bildern niederländischer MH17-Opfer auf dem Titelbild am 28.7.2014 zeigte. Siehe: https://historix108.wordpress.com/2014/08/05/die-toten-von-flug-mh17-der-spiegel-auf-journalistischem-ramschniveau/. Der deutsche Presserat hat diese Verletzung von Persönlichkeitsrechten übrigens ausdrücklich gerügt. Aber woher stammten die Bilder? Auf eine Nachfrage des ‚Bildblog hatte die Redaktion geantwortet: “Der SPIEGEL hat sich bei der Auswahl der Fotos aus öffentlich zugänglichen Quellen bedient.”

            Sprich: dort, wo jeder klaut – im Internet. Ein eindeutiger Fall von Selbstbedienungsmentalität.

      • Gutmann

        Nein – in diesem Fall sind Hinweis & Abmahnung zu nett. Gerade solche wichtigen Medien wie Spiegel, Focus, Welt und T-Online MÜSSEN die Regeln rund ums Bilder- und Urheberrecht kennen. So viel Professionalität muss man nun wirklich erwarten dürfen. Und es ist wichtig, dass Verstöße auch mal scharf geahndet werden. Denn wie sich zeigt, hat sich hier bereits viel zu viel Schlendrian eingeschlichen.

        • Das ist doch Quark. Die Abmahnung nach 97a UrhG ist keine „Bestrafung“ als die die häufig im Netz wahrgenommen wird. Theoretisch HILFT sie sogar dem Abgemahnten (so zumindest Telos und die Intention des Gesetzgebers) – vor der Klage soll abgemahnt werden, der sonst beklagte kann also Prozesskosten und Co vermeiden. Ob jetzt erst auf den Fehler hingewiesen wird (es geht halt auch freundlich) oder direkt abgemahnt wird mit Aufforderung die Wiederholungsgefahr auszuräumen… so viel tut sich da nicht, die Abmahnung ist nur schärfer und könnte schneller zu einer Einstweiligen führen, was aber wohl keines der Medien riskieren dürfte.

        • Nur um das hier mal eindeutig klarzustellen: Es war ein Fehler, dass die Credits für Enno nicht sofort unter dem Video auf WELT.DE standen. Wir haben das aber sofort nachgeholt, nachdem Enno uns darauf hingewiesen hatte und haben uns dafür bei ihm entschuldigt (siehe hier: http://www.welt.de/videos/article136690252/Quartalsirrer-der-FDP-schickt-IS-Gruesse-per-Granate.html und den Dialog hier: https://twitter.com/welt/status/558651166981378048).
          Beste Grüße
          Martin Hoffmann
          Leiter Social Media DIE WELT

          • szo

            Ohne Einwilligung ist eine Veröffentlichung nicht erlaubt. Völlig egal ob da nun Quelle oder Urheber drunter steht. Würden ihre Arbeiten einfach so entnommen werden reicht eine Entschuldigung auch nicht aus. Wir reden ja hier nicht über ein Forum welches die Bilder verwendet sondern über Verwerter welche selbst Geld verdienen wollen. Leistungserschleichung ist eine Straftat.

          • Mathi

            Und wurde der Autor/ Urheber auch honoriert?

          • enno

            Bisher haben sie keine Lizenz angefragt, also gabs noch keine Verhandlungen dazu.

          • Jörg Zimmer

            Ich glaube nicht, dass Welt, SPON, t-online, n24, usw. alle nur ausnahmsweise mal einen kleinen Fehler gemacht haben. Ich glaube das ist Masche, genau so wie die Reaktion auf einen Irrtum zur Masche gehört, wenn es auffliegt.

          • Tom

            Sehr witzig! Wie wäre es der Quelle mal einen Link hinzuzufügen? Wäre eigentlich nicht nur nach der Geschichte angebracht, sondern immer. Immer nur nehmen und nie geben, aber das war bei euch schon immer so. Eklig!

          • Markus Rieksmeier

            Und hat die WELT nun ein Honorar bezahlt?

          • enno

            Bisher wurde von der Welt keine Lizenz angefragt und dementsprechend auch nichts bezahlt.

          • Markus Rieksmeier

            Ich fand vor zwei Monaten zwei Plagiate meiner Artikel (über Finanzen auf http://www.procontra-online.de) an anderer Stelle. Ein Beitrag ist sogar „optisch kongruent“ (pic).

            Der Plagiator meiner Beiträge, „Fachjournalist“ und Hochdozent(!) für Geld & Co, hat ingesamt 15 mal (§§ mutmaßlich §§) 🙂 abgeschrieben, was die betroffenen Verlage (inkl. Springer, HB/WiWo) konsequenzlos ließen. Trotz Hinweisen.

          • Gutmann

            Während man im Falle des von Huch selbsttätig in die Welt gesetzten Videos noch streiten kann, ist das hier ein absolut dreister Diebstahl, der vor Gericht gehört. Wenn schon Politiker wegen Plagiaten in Ihrer Doktorarbeit zurücktreten mussten, ist der unmittelbare Dieb des Artikels m. E. als Dozent an einer Hochschule nicht mehr tragbar. (Verletzung des akademischen Eides) Viel Glück dabei!

          • WP
      • Thomas Hochstein

        Die Antwort verstehe ich, ehrlich gesagt, nicht ganz.

        Weil das Geschehen nicht nach Absicht, sondern nach einem blöden Fehler aussieht, soll nicht abgemahnt werden (was allenfalls Anwaltskosten produziert, wenn man denn einen Anwalt beauftragt), sondern direkt Geld – Lizenzgebühren – verlangt werden (was, wenn man denn nun einen Anwalt beauftragt, zusätzlich noch dessen Gebühren kostet)? Warum sollte man gerade bei einem Fehler besonders streng vorgehen?

        Und was ist eine Abmahnung denn anderes als ein Hinweis auf den Fehler (und die Aufforderung, diesen abzustellen)? – Eben.

        • Mein Fehler, nicht genau genug gewesen. Die geforderten Abmahnungen werden häufig als Synonym für Strafe und hohe Kosten gebraucht. Der Hinweis auf den Fehler verbunden mit der Aufforderung der UVE ergibt natürlich Sinn. Nur dieses „ABMAHNEN!!“ ist eine zu häufig zu sehende Trotzreaktion.

          Ich spreche Herrn Lenze die Rechte ja nicht ab, im Gegenteil – er sollte für die Arbeit entsprechend belohnt werden (wobei man sich meiner Meinung nach darüber streiten kann, ob die Verwendung zum Teil nicht durch das Zitatrecht nach 51 UrhG gedeckt ist). Auch Gebühren im Rahmen einer Lizenzanalogie (wobei bei den von SPON veranschlagten Summen auch eine Auskunft hierüber und gegebenenfalls ein Herausgabeanspruch diesbezüglich lohnender sein könnte), könnte Herr Lenze ja zunächst ohne Anwalt verlangen. Eben nicht besonders streng, sondern vielleicht erstmal die Kirche im Dorf lassen.

          • Jochen

            Die Tarife für die Veröffentlichung richten sich (auch) nach der Reichweite. Ein Anwalt für Medienrecht weiß sowas normalerweise.
            Spiegel Online müßte da sicher mehr zahlen, als ein Blogger, der die Rechte (on diesem Fall fiktiv) von Spiegel Online erwirbt.

      • nutella

        Aaaaaalso. Man kann Abmahnungen so benutzen, wie es „Abmahnkanzleien“ machen. Man kann es auch anders machen, man muss da keinen Anwalt einschalten. Es genügt, einfach einen Brief/Fax schicken mit der Aufforderung
        a) die Nutzung des Materials zu unterlassen und
        b) eine beliebige angemessene Summe als nachträgliche Lizenzgebühr zu zahlen.
        Dafür muss man keinen Anwalt einschalten, da verdient sich auch kein Anwalt eine goldene Nase.

        Der Spiegel, die Welt, N24 (beide übrigens Springer-Verlager, Erfinder des LSR) etc sind große Medien mit ein eigenen Rechtsabteilungen und eigenen Bildabteilungen, die täglich nichts anderes tun, als Lizenzen für urheberrechtlich geschütztes Material zu beschaffen. Die wissen, dass sie kein Material ohne Einwilligung benutzen dürfen, es sei denn es steht unter einer offenen Lizenz, die das erlaubt. Und selbst dann müssen sie den Urheber nennen.
        Mit einem kleinen nichtkommerziellen Blogger, bei dem man tatsächlich von Fehlvorstellungen ausgehen kann, würde ich auch anders umgehen.
        Und selbst wenn es „nur“ ein Folgefehler ist von jemandem, der irgendwo sich das Material unrechtmäßig unter den Nagel gerissen hat, ist das nicht Ennos Problem. Das kann der Spiegel etc dann mit seinem „Lieferanten“ klären.

        Ich hätte auch lieber ein anderes Urheberrecht, das es mir auch erlauben würde, beliebige Mengen Material von anderen insbesondere für nichtkommerzielle Zwecke zu verwenden als das derzeitige, das eigentlich nur funktioniert, weil es flächendeckend ignoriert wird. Aber dann setzt man so vielleicht einen Anreiz für diverse Medien, das derzeitige Urheberrecht mal kritisch auf seine Tauglichkeit für das digitale Zeitalter zu hinterfragen.

    • Thomas Hochstein

      „Auch wenn Du kein Geld damit verdienen willst – mahn sie ab dafür. […] Das Geld kannst Du dann ja nach Kurdistan spenden, dort ist es mit
      Sicherheit besser aufgehoben.“

      Mit einer Abmahnung kann man kein Geld verdienen und mithin auch nichts spenden.

      Eine Abmahnung ist – nicht mehr und nicht weniger als – eine Aufforderung, ein bestimmtes Verhalten in der Zukunft zu unterlassen (hier also: Bilder von Enno ohne (Lizenz und) Nennung des Urhebers zu veröffentlichen und gar noch zu lizenzieren) und dieses Versprechen (also keine Bilder von Enno mehr als eigene zu veröffentlchen) mit einer Vertragsstrafe abzusichern (weil Versprechen nicht sehr viel wert sind). Das kostet den Abgehmahnten keinen Cent.

      Geld kostet eine Abmahnung nur, wenn man sie – was klug sein kann – nicht selbst verfasst, sondern einen Anwalt damit beauftrgat. Der verlangt dann Geld für seine Tätigkeit, und dieses Geld kann man vom Abgemahnten zurückverlangen; schließlich war er derjenige, der im Unrecht ist.

      Als „Gelddruckmaschine“ funktionieren Abmahnungen nur dann, wenn angebliche Anwaltskosten verlangt werden, die in dieser Höhe gar nicht angefallen sind – also wenn es bspw. eine Vereibarung zwischen Rechteinhaber und Anwalt gibt, dass erfolglose Abmahnungen kostenlos sind und man sich das Geld für die erfolgreichen Abmahnungen teilt. Das Verlangen auf Erstattung eines gar nicht angefallenen Honorars ist allerdings Betrug, in den typischen Konstellationen gewerbsmäßig begangen – nicht ganz einfach nachzuweisen, aber bei gelungenem Nachweis sehr schmerzhaft. Und nach den ersten Verurteilungen setzt regelmäßig auch ein Lerneffekt ein, insbesondere bei den (potentiell) betroffenen Anwälten. Lernen durch Schmerzen funktioniert recht gut.

  • Pingback: Enno Lenze soll sein Tobias Huch Video von SPON kaufen. | CoffeePotDiary()

  • Andere Idee

    Veröffentliche das Material doch noch woanders – wegen diesem Posting hier nicht hier auf diesem Blog – unter deinem Namen. Dabei aber so beschneiden, dass es aussieht, als ob du deren Logo überblendest. Und schreib dann denen, die Geld dafür haben woll(t)en, dass dir das Angebot zu teuer war und du „das Material“ daher jetzt einfach so verwendest. Und dann mal abwarten… … …

  • creezy

    Du schreibt denen bitte ALLEN Rechnungen, ja? Üblicherweise stammeln die was, aber sie wissen genau, dass im Rechtsverfahren das nach hinten los geht. Sie müssen zahlen, sie haben Deine Werke veröffentlicht.

    Und tue das bitte für Kollegen, die darauf angewiesen sind von dem Geld leben zu müssen! Da ist Großherzigkeit „für die Sache” völlig fehl am Platz.

  • Pingback: Deutsche Presseorgane und das Urheberrecht (von anderen) › Netzexil.de()

  • Das ist eine wirkliche Sauerei. Vor allem der Spiegel hat sich ja eine wirklich krasse Nummer geleistet. „Welt Online“ hat übrigens inzwischen im verlinkten Beitrag die Urheberschaft ergänzt…

  • Gutmann

    Ausgerechnet der „Spiegel“ meldete vor einigen Monaten dies hier:

    „Erdbebenfotos: Fotoagenturen müssen Millionen an Twitter-Nutzer zahlen“ – siehe http://www.spiegel.de/netzwelt/web/nutzung-von-fotos-auf-twitter-millionenstrafe-fuer-afp-und-getty-a-935440.html.

    Es ist so etwas von eindeutig: Da verstoßen gleich mehrere Medienportale gröblich gegen elementares Bilder-Urheberrecht – obwohl gerade sie es nun wirklich besser wissen müssten! Wenn das einem unerfahrenen Blogger passiert, kann man sich mit einer Abmahnung begnügen. Da es hier aber kommerziell gemacht wird, würde ich hier nicht zimperlich sein: Anwalt nehmen & Schadensersatz fordern!

    Sie brauchen sich dabei wahrlich nicht klein zu machen: Sie riskieren viel um in ein Kriegsgebiet zu gelangen – und zu helfen! – wo die meisten Journalisten sich nicht mehr hintrauen. Wenn sie auch noch Bildmaterial liefern, das brauchbar für die Berichterstattung über eine Gegend ist, wo jede auch nur halbwegs gesicherte Information kostbar ist: Dann nehmen Sie den Medien Arbeit & Risiko ab – und sparen denen eine Menge Geld.

    Nebenher würde ich an Ihrer Stelle diese Sache auch an anderer Stelle publik machen. Ich könnte mir gut vorstellen, dass sich z. B. das
    NDR-Medienmagazin ZAPP (http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/zapp/index.html) sehr für den Bilderklau interessieren wird.

    Und: Meine Hochachtung vor Ihrer Arbeit – mögen Sie immer gut geschützt sein und lange leben! Viel Glück!

  • Andreas Guckert

    Du kannst davon ausgehen, dass irgendwo in der „Kette“ jemand dein Material an die „Großen“ verkauft hat. Für nicht gerade geringe Summen… ->Abmahnen und das Geld behalten für die Reisekasse oder Spenden.

  • Nik

    Schon bei „BILD“ steht als Quelle Tobias Huch und nicht Enno Lenze. Deshalb gehe ich davon aus, dass entweder „BILD“ oder Huch Deine Videos/Fotos „weiterlizenziert“ haben.

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  • tom

    Der vierstellige, angebotene Betrag kann ja schon mal als Grundlage für den ansetzbaren Lizenzwert verwendet werden. Schön 🙂
    Gleich den doppelten Wert als Rechnung ansetzen zum quasi Nachlizensieren, ansonsten abmahnen.

    • plexus

      Sehr geil! 😀

  • Ben

    Ob eine Abmahnung notwendig ist, ist imho vom Verhalten der abgreifenden Medien abhängig, aber auf jeden Fall sollte für diese schlechten Angewohnheiten/Verhalten eine Buse in Form einer – wie sagt man so schön – nicht unerheblichen Spende an “Kurdistan Wasser” fällig werden. Das würde neben dem möglichen „Nachdenk Effekt“ auch den weit wichtigerern Effekt der „Humanität“ fördern und die lobenswerte Hilfe vor Ort unterstützen.

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  • Daniel

    Warum eigentlich abmahnen. Müsste es nicht möglich gleich negative Feststellungsklage mit dem entsprechenden Streitwert einzureichen?

    Also gerichtlich die Frage der Urheberschaft klären und bei der Gelegenheit vielleicht noch im Urteil ’ne Passage zu Voraussetzungen sein Logo da reinpappen zu dürfen, ohne den Urheber zu nennen oder ihm die Rechte abzukaufen?

    • Direkt Klage wäre dämlich. Dann könnte der jeweils Beklagte sofort anerkennen und der Kläger müsste die Prozesskosten tragen (vgl 93 ZPO), genau für den Fall gibt es ja die Abmahnung (in dem Fall hier über 97a UrhG), die diesen Fall verhindern soll. Nur ist die Abmahnung halt auch häufig nicht nötig, setzt nur Anwaltskosten drauf, die dann gerne als Pönalisierung wahrgenommen werden. SPON und Co auf Fehler hinweisen und dann entsprechend fordern und erst wenn man sich weigert abmahnen als eine Art „Vorstufe“ zur Klage. Ist der fairste Weg.

    • Thomas Hochstein

      „Warum eigentlich abmahnen. Müsste es nicht möglich gleich negative
      Feststellungsklage mit dem entsprechenden Streitwert einzureichen?“

      Nein. Was soll denn „negativ“ festgestellt werden?

      Wenn, dann könnte Leistungs- oder Unterlassungsklage erhoben werden. Das ist möglich. Allerdings trägt der Kläger dann die vollen Kosten seines Anwalts und des Gerichts selbst, wenn der Beklagte die Klageforderung sofort anerkennt. Er ist verpflichtet, dem Beklagten zunächst außergerichtlich zur Unterlassung (bzw. Leistung) aufzufordern, um keine unnötigen Kosten zu produzieren. Deshalb die Abmahnung,die ein Entgegenkommen (!) dem Abgemahnten ggü. darstellt, weil sie günstiger (!) ist als die Alternative, direkt zu klagen.

      Und natürlich *braucht* man für eine Abmahnung keinen Anwalt – ein Hinweis, ggf. die Forderung, das abzustellen, *ist* eine Abmahnung, die im übrigen auch nicht zwingend mit der Forderung nach einer Unterlassungserklärung verbunden werden muss. Es ist zweifelsohne richtig, dass man die Abmahnung – aber auch die Rechnungsstellung! – sinnvollerweise einem Rechtsanwalt überlässt, um sich nicht selbst in Haftungsrisiken (Stichwort negative Feststellungsklage) zu begeben und seine Ansprüche erfolgreicher durchzusetzen, aber ein Automatismus insoweit besteht weder bei der Abmahnung noch bei der Rechnungsstellung.

  • UserX

    LiveLeak.com ist keine Presseorgan oder ähnliches, sondern ein Portal für User die dort eigenständig Videos hochladen 🙂

  • Also ich war auch zuerst schockiert und habe dann einen bösen Facebook-Beitrag geschrieben – also in dem ich volle Partei für dich ergreife, Enno. Ich habe Euch für das Video heftig kritisiert, aber das geht ja nun dann doch nicht – dachte ich zuerst.

    Aber dann habe ich mir nur mal den Beitrag beim Spiegel angeschaut und muss sagen, dass ich deine Darstellung hier (zumindest in Bezug auf den Spiegel) für etwas problematisch halte: Denn du bist da als Quelle angegeben, der Spiegel macht sich keines falls Dein Video zu eigen, sondern „zitiert“ ihn völlig korrekt – ohne das Video zu zeigen, geht der Beitrag nicht. Und der Beitrag auf SpON hat wohl auch eine eigene Schöpfungshöhe, weshalb grundsätzlich nichts dagegen zu sagen ist, wenn sie dafür Geld nehmen.

    Und auch der Beitrag auf N24 ist absolut in Ordnung. Das sind „Zitate“. Das darf man. Und das ist völlig in Ordnung. Wenn Ihr so ein (wie ich finde völlig bescheuertes) Video online stellt, und wenn das dann so eine Reaktion hervorruft, dann berichten Medien darüber. Damit ist es im öffentlichen Interesse und der Persönlichkeitsschutz geht zurück – vor allem, weil Ihr damit selbst in die Öffentlicheit gegangen seid.

    Also wie es aussieht habt Ihr NULL Chancen auf eine Abmahnung. Mein Tipp: Immer erst denken, dann einen raushauen. Gilt übrigens für jeden 😉

    http://www.spiegel.de/video/fdp-und-is-tobias-huch-fuehrt-im-video-vermeintliches-interview-video-1550451.html

    • Stefan

      Nach der Logik würden Kameraleute also kein Honorar verlangen dürfen, wenn unter ihren Bildern der Name eingeblendet wird? 😉

      Und erst recht nicht mehr, wenn aus dem Rohschnitt oder einem Beitrag ein paar Bilder abgegriffen und mit eigenem Sprecher unterlegt werden?

      „ohne das Video zu zeigen, geht der Beitrag nicht“ – und genau das ist doch der Punkt.

      Ohne Mehl kann ich kein Brot backen. Ist das eine Rechtfertigung, mir einfach im Supermarkt welches zu nehmen? Ich würde natürlich auch den Namen des Supermarktes nennen, wenn ich ein Foto des Brotes bei FB poste…

    • Thomas Hoener

      Mirko, die genannten Medien haben mittlerweile auf die breite Berichterstattung reagiert, betreiben Schadensbegrenzung durch Nachtragen des Namens. Nun passierte das still und heimlich statt, profesioneller Journalismus, eine nachträgliche Korrektur als solche kenntlich zu machen. Mehr noch wird allerdings weiterhin ignoriert das keine Erlaubnis, keine Lizensierung stattfand. Das SPON dann auch noch vierstellige Summen nennt um das raubmorkopierte Material weiterzuverkloppen, nun ja, … ich hoffe mal das de Spiegel Konzern hier zu seinem Angebot steht dem RICHTIGEM Eigentümer nun eine vierstellige Summe zukommen zu lassen.

    • Gutmann

      Nur damit das klar ist: Es geht nicht um das Persönlichkeitsrecht von Herrn Huch, sondern um das Urheberrecht von Herrn Lotze.

  • @Fran_Kee_HH

    Deine Wut ist verständlich.

    Vor einer Abmahnung (die vor allem deinen Anwalt reich macht. Und Dir viel (unbezahlte) Zeit im Handling desselben einbringt. Und viel kaputtes Porzellan hinterlässt…), schick denen… Rechnungen.

    Großzügig ausstaffiert (war schließlich Ausland, Gefahrengebiet, enorme Reisespesen. Das ist keine Kleingartendemo in deiner Heimatstadt, die man mal so mitnimmt). Soweit Du „deren“ Preise bereits ermittelt hast, verlange genau diese. Wäre lustig, wenn da jemand versucht, das Faß „überhöht“ aufzumachen.

    Per Einschreiben (das mittlere Einschreiben, weder Einwurf noch Rückschein genügt) und poer Email. Soweit Du das Namensschema der Firma „knacken“ kannst (v_nachname@, vorname.nachname@… etc), setze ein paar Leute aus der Chefetage auf den CC. Denen ist das peinlich… großes Drohen würde ich mir im ersten Schreiben sparen (das ist eh klar), eher Anbieten, „sie auch künftig zu beliefern“. Zum Teil sind die (befristeten, unterbezahlten, volontierenden) Hirnis selber zu doof. Bzw. der Chef hat die „Policy“ (klauen) verbockt.

    • @Fran_Kee_HH

      Ergänzung: Die Screenshot-Ausrede zieht übrigens nicht. Zitierrecht zöge nur, wenn sich B ausgiebig mit der Berichterstattung von Zeitung A auseinandersetzt. Einfach nur ein Bild aus einem (Film)werk klauen ist… immer noch geklaut.

    • Thomas Hochstein

      Wenn man sich zutraut, eine angemessene Rechnung zu stellen, ohne dass man dafür anwaltliche Hilfe braucht – was jedenfalls nicht einfacher ist als eine Abmahnung -, kann man auch ohne Anwalt abmahnen …

  • LennStar

    Qualitätsjournalismus halt.

    Einfach zurück schreiben, dass du deren Angebot annimmst und auf welches Konto sie es überweisen sollen.
    Bei den anderen, die sich nicht gemeldet haben, noch 10% „Nachnahme“ drauf tun.

  • Tante Jay

    Es sind Beiträge wie diese hier, die mir die ständigen Argumentationen gegen „Lügenpresse“ massiv erschweren. *seufz*

  • Sonstwer

    Spiegel online hat ja als Branchenexperte nun eine Preis genannt, den das Material wert sein soll – damit steht doch die Höhe Deiner Rechnung an sie fest – und an die anderen in gleicher Höhe.
    Wird deinen Projekten gut tun.

  • Stephan Mathé

    Na, das ist ja eine bunte rechtliche Diskussion hier mit viel gefährlichen Halbwissen – aber interessant. ich finde es immer wieder erstaunlich, dass manche sich daran stören, wenn sich das Opfer einer Urheberrechtsverletzung auf seine ihm vom Gesetz zugestandenen Rechte beruft. Das stimmt doch was nicht in der Logik.

  • Ich habe vorhin unvorsichtigerweise, nachdem ich kommentiert hatte, die Kommentare abonniert – und ich bin jetzt etwas erschrocken, wieviel (sorry) Blödsinn hier geschrieben wird.

    Natürlich dürfen die Medien das Material verwenden! Ihr seid da echt falsch informiert!

    Das steht nämlich in § 51 UrhG:

    § 51: Zitate

    „Zulässig ist die Vervielfältigung, Verbreitung und öffentliche Wiedergabe eines veröffentlichten Werkes zum Zweck des Zitats, sofern die Nutzung in ihrem Umfang durch den besonderen Zweck gerechtfertigt ist.“

    Und das ist hier eindeutig der Fall: Es gibt einen FDP-Politiker, der selbst ein Video in die Öffentlichkeit gebracht hat und das wie bezweckt in der Öffentlichkeit breit diskutiert wird. Darüber berichten jetzt die Medien. Und um darüber berichten zu können, müssen sie auch zeigen, worum es geht. Ganz konkret erfüllt hier das Zeigen des Videos die Voraussetzung der Belegfunktion. Zudem sind hier vollständig eigene Beiträge der Redaktionen entstanden, die wiederum selbst wieder „Werke“ sind, insofern also Urheberechtsschutz genießen. Das Spiegel Online also Geld für den Beitrag verlangen kann ist zutreffend.

    Aus allen Beiträgen, die ich gesehen habe, lässt sich auch die Quelle des Videos klar erkennen: Nämlich das Facebook-Profil von Tobias Huch. Niemand muss alle Leute angeben, die möglicherweise Urheberrechte haben.

    • @talkabout:disqus da waere ich so lange bei dir, wenn Spiegel keine Lizensgebuehr fuer das Material verlangen wuerde. Jegliche Argumentationskette ist damit zerschossen. Sorry

      • @Sascha Klingt absurd, aber so ist die Rechtslage. 🙂

        Das ist ungefähr so, als ob du einen Beitrag über das Galaxy Edge machst und darin entweder Bild- oder Filmmaterial von Samsung verwendest. Du hast an dem Samung Material auch kein Urheberrecht. In dem Moment, wo du selbst eine gewisse Schöpfungshöhe erreichst, hast du ein eigenständigen Werk geschaffen – für das du dann aber wieder „als Ganzes“ Urheberrechstschutz genießt.

        Also kannst Du auch bestimmen, wer es vervielfältigen darf – dementsprechend auch Geld verlangen, wenn es jemand tun will.

        Wenn Enno jetzt aber clever ist dürfte er hier im Artikel die Spiegel-Artikel wieder „zitieren“ – und würde dann vor Ansprüchen des Spiegel aufgrund von § 51 seinerseits geschützt sein. Da muss er nur ein paare enge Grenzen des § 51 beachten.

        • Ich hatte mich gestern schon dazu auf Twitter geäußert, vielleicht hier noch einmal zur Ergänzung: Rechtlich ist das Verhalten von SPIEGEL ONLINE wohl nicht zu beanstanden (Zitat, Person der Zeitgeschichte), da bin ich aber kein Experte und überlasse das diesen.

          Wir haben Enno Lenze noch gestern Nacht in die Credits aufgenommen, weil das auch eine Frage der Transparenz und des fairen Umgangs ist. Aus meiner Sicht hätten wir anfragen sollen, auch aus Verifikationsgründen etc. Wir klären jetzt intern, wie wir in Zukunft sicherstellen, dass das so nicht wieder vorkommt und die Video-Kollegen setzen sich auch direkt mit Enno Lenze in Verbindung.

          Grüße
          Torsten Beeck
          (Head of Social Media @ DER SPIEGEL)

          P.S. Dieser Disqus-Avatar ist schon ein paar Tage älter, bitte mit Bart und 10 Kilo mehr vorstellen)

          • @torstenbeeck:disqus Also ich finde es total super, dass Ihr Euch bemüht und hier kommentiert und auch dass Ihr Enno mit in die Credits mit aufnehmt.

            Nur: irgendwo muss man die Kirche im Dorf lassen. Tobias Huch hat ein Video auf Facebook gepostet. Er hat dabei selbst Enno Lenze nicht genannt. Dieses Video hat eine Diskussion ausgelöst und Medien wie SpON berichten darüber. Und im Zuge der Berichterstattung zitieren die Medien dieses Video, was absolut notwendig ist, weil man sonst den Bericht über dieses Video nicht versteht. Weil das Video von Huch selbst online gestellt wurde und ein Thema des öffentlichen Interesses betrifft ist das auch völlig okay.

            Auch die Verifikation ist nicht strittig – ebenso wenig wie das Hitler Foto von Lutz Bachmann nicht strittig war. Einfach deswegen weil das Video auf der Facebook-Seite von Tobias Huch ist und man Tobias Huch im Video seht.

            Aber wie solltet Ihr als Medien sicherstellen, dass damit nicht irgendwelche anderen Urheberrechte betroffen sind? Wollt Ihr Euch bei einer Rede von Angela Merkel auch immer bei Ihrem Redenschreiber erkundigen und ihn mit zitieren? Das ist doch alles nicht nur Rechtens, sondern auch völlig legitim.

            Nichts für Ungut: Enno Lenze hat die Kamera gehalten. Mehr nicht. Ich will das nicht diffamieren, und er hat deswegen auch Rechte, klar, aber irgendwie muss man die Kirche auch im Dorf lassen.

            Umso toller ist es, wenn Ihr Enno in die Credits aufgenommen habt. Große Anerkennung dafür.

          • Lupino

            Als ich die Aufnahme auf facebook gesehen hab (bevor es in dem Medien hochkochte), stand dort irgendwo kurz eingeblendet „Kamera: Enno Lenze“… Vielleicht wurde das auch noch rausgeschnitten, womit die Verletzung von Ennos Urheberpersönlichkeitsrecht mutwillig passiert ist.

          • „Er hat die Kamera gehalten … mehr nicht …“

            *facepalmend ab*

          • dot tilde dot

            und das in einer diskussion über urheberrecht! informierte hätten so was als kritik an der gesetzeslage (keine schöpfungshöhe als werkmerkmal bei lichtbildnissen nötig) formuliert.

            als sandwich zwischen „finde ich super, dass ihr kommuniziert und euren pflichten nachkommt“ und „umso toller, dass ihr euren pflichten nachkommt“ kommt das schon ein kleines bisschen peinlich bei mir an.

            .~.

          • franztoo

            „Nichts für Ungut: Enno Lenze hat die Kamera gehalten. Mehr nicht.“

            Ich lege mir Recht auch immer nach Gefühl aus …

          • @franztoo:disqus Na ja, der Satz geht ja weiter….

            Und von wegen „Recht nach Gefühl“: Genau das mache ich nicht. Liegt vielleicht daran, dass ich ein Staatssexamen in Jura habe. Ich zweifel sehr daran, ob Enno im Falle einer Klage Recht bekommen würde. Schaut Euch mal die §§ 50 und 51 UrhG an. Ob die hier im Einzelfall einschlägig sind, kann natürlich nur ein Gericht, ggf. der BGH entscheiden, wenn das durch die Instanzen ginge.

            Was aber auf keinen Fall ist das so eindeutig, wie hier alle tun und weswegen man sich so unheimlich empören müsste. Wenn es dich (oder jemand anderen) interessiert, kann ich da noch einiges mehr erzählen.

          • > Enno Lenze hat die Kamera gehalten. Mehr nicht. Ich will das nicht diffamieren, und er hat deswegen auch Rechte, klar,

            Man könnte jetzt also auch noch „diffamieren“, daß Enno Lenze die Kamera gehalten hat???
            Und er hat „auch“ Rechte?
            Wie überaus großzügig.
            Offensichtlich steht der Name im Video und wurde überblendet. Was gibt es da eigentlich zu diskutieren? Und was hat der Inhalt des Videos, und ob man die Aktion mag oder nicht, mit der Urheberrechtsfrage zu tun? Darf ich das „Dschungelcamp“ etwa einfach unlizensiert auf Youtube stellen, weil ich die Sendung totale Sch… finde?
            *kopfschüttel*

          • Meinen Respekt, besonnene Antwort und faire Reaktion mit der Aufnahme in die Credits! Scheinen nur – leider – wie so oft nicht alle hier zu lesen.

            „Ich male mir die Welt wie sie mir gefällt“ mag unterhaltsam sein, führt aber zu nichts.

          • Guest

            fhg

      • @nbnde:disqus SpON hat sich hier ja gemeldet, hast Du ja vielleicht gesehen. Sie sagen, dass der Mitarbeiter die üblichen Konditionen genannt hat. Also es gab ja keine konkreten und ernsthaften Verhandlungen. Ich finde das glaubwürdig. Ansonsten: Wenn es der Spiegel tatsächlich weiterverkauft hätte, dann würden einige Fragezeichen auftreten, das stimmt.

    • hardyprothmann

      Servus,

      die Angelegenheit ist zu komplex, um sie hier in einem Kommentar darzustellen. „sofern die Nutzung in ihrem Umfang durch den besonderen Zweck gerechtfertigt ist“ – ganz sicher ist die vollständige Wiedergabe kein Zitat und der „besondere Zweck“ meint die Notwendigkeit. Die ist im Internet überhaupt nicht gegeben. Spiegel online hätte das Video verlinken können.

      „Und das scheint doch hier der Fall zu sein: Es gibt einen FDP-Politiker, der selbst ein Video in die Öffentlichkeit gebracht hat und das wie bezweckt in der Öffentlichkeit breit diskutiert wird. Darüber berichten jetzt die Medien. Und um darüber berichten zu können, müssen sie auch zeigen, worum es geht.“

      Das ist ungefähr so sinnvoll wie: „Es gibt einen Musiker, der ein Musikstück in die Öffentlichkeit gebracht hat und das wie bezweckt in der Öffentlichkeit breit diskutiert wird. Darüber berichten jetzt die Medien. Und um darüber berichten zu können, müssen sie auch zeigen, worum es geht.“

      Den Rest erspar ich mir – denn da stimmt gar nichts.

  • Jurka

    Spon hat vor Jahren mal Fotos (CC Lizenz) von mir verwendet. Ohne Copyright-Hinweis und ohne zu fragen. Habe sie angeschrieben und erhielt nacheinander drei merkwürdige Reaktionen per Telefon: 1. Dummstellen und Herunterspielen („Wussten wir nicht./Hat Praktikantin gemacht.“), weil gute Fotos ja so vom Himmel fallen… 2. Verweigern und Drohen („Wir zahlen grundsätzlich nicht für Online-Bildmaterial. Sie wollen doch keinen Ärger machen.“) 3. nach Einschalten eines Berufsverbandes und Rechnungstellen kam dann plötzlich ohne weitere Reaktion eine Überweisung von immerhin 500 Euro. Bilder wurden außerdem gelöscht. Könnte sein, dass Zeitungsverlage an Urhebervergütungen schon gern mal sparen, so lange sich niemand wehrt. Dank zunehmender Paywalls lässt sich unautorisierte Verwendung in Zukunft wohl noch schlechter überprüfen.

  • moxface

    Urhehberrechtsverletzungen ist hier klar verletzt und einfach den nächst besten Anwalt nehmen, der bekommt für dich locker ein 4-5 stelligen Betrag raus. I.d.R. sind richter da auch knall hart – sprich es gibt kein erstes mal (milde Strafe) und es gibt auch kein „das haben wir nicht gewusst“. Zudem könnte es strafverschärfend sein, wenn die dein Material unerlaubter weise weiterverkaufen würden.

  • freisein

    Beim nächsten Video muss jemand einfach während des Video ein großes Blatt mit deinen Namen ( Enzo Lenze, Urheberrecht geschütz ) halten. So sind die Medien gezwungen dein Recht einzuhalten hahah.

    • Gutmann

      Sie sind auch ohne einen solchen Hinweis gezwungen sich an geltendes Recht zu halten. Aber eine Einblendung oder digitales Wasserzeichen ist dennoch eine gute Idee: Wer kopieren will wüsste dann schneller, an wen er sich wenden müsste um die Nutzungsrechte zu kaufen.

  • Robert Tulke

    Mahn Sie ab und nimm das Geld für Spenden

  • Nold

    Das zu zeigen ist eine Straftat, die mit Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahren bestraft wird. Gehe zur Polizei und stelle den zur Strafverfolgung nötigen Strafantrag nach § 109 UrhG (Unterschrieben!), sodass dieses Vergehen nach § 106 UrhG gehahndet werden kann. Die Meidenhäuser dürften vielleicht sogar gewerbsmäßig handeln, so dass die Voraussetzungen des § 108a UrhG vorliegen – dass sind dann bis zu 5 Jahren Freiheitsstrafe.

    Falls – das will ich nicht ausschließen – die Rechtsabteilung es irgendwie so hinbiegt, dass sie die Aufnahmen als Zitat gebrauchen durften, bleibt immer noch das Anbringen der eigen Urheberbezeichnung. Auch das bringt nach § 107 UrhG Geldstrafe oder bis zu 3 Jahre Freiheitsstrafe, wobei wiederum ein schriftlicher Antrag nach § 109 UrhG erforderlich ist.

    Weiter könnte in der dir angebotenen Vergütung für die Nutzung des Werkes eine unzulässige versuchte gewerbsmäßige Verbreitung gem. § 108 II, I Nr. 3 UrhG vorliegen – nach § 108a II, I UrhG ebenfalls mit Geldstrafe oder Freiheitstsrafe bis zu 5 Jahren bestraft.

    Es handelt sich afaik auch nicht um Privatklagedelikte im Sinne von § 374 StPO, so dass die Staatsanwaltschaft das verfolgen muss.

  • Ich reagiere auf so etwas auch immer ganz allergisch. Aber wenn dir deine Urheberrechte wichtig sind, solltest du die Sachen auch nicht auf Facebook posten. Ich als Fotograf bin deshalb aus Facebook ausgetreten und teile meine Bilder nur noch auf Plattformen, die meine Rechte nicht mit Füßen treten.

  • pj

    Über fefe gekommen, gelesen und wasser gespendet, danke.

  • Mahn sie ab, verlangt Dein Geld und fang was Gutes mit den Einnahmen an! Und vielen Dank für deine tolle Arbeit!

  • T[r]oll_in

    Mach denen ein Angebot sie können es für eine Spende von genau diesem vierstelligen Betrag lizenzieren oder mit ordentlich reputationsverlust vor Gericht verlieren!

  • Sven Christian, SPIEGEL ONLINE

    Sehr geehrter Herr Lenze,

    wir möchten uns entschuldigen, dass wir Ihr Filmmaterial verwendet haben, ohne Sie zu fragen. Das sollte uns nicht passieren.
    Wir waren fälschlicherweise davon ausgegangen, dass Tobias Huch selbst Rechteinhaber sei, da er das Video auf seiner fb-Seite veröffentlicht hat. Das fanden wir bemerkens- und berichtenswert.

    Wir hätten das Material aber nicht verkauft – weder an Sie noch an andere. Einer meiner Kollegen Ihnen auf Anfrage die üblichen Konditionen genannt, wenn wir eigens erstelltes Material anderen TV-Sendern zur Verfügung stellen. Wenn Rechteerwerber Interesse zeigen, prüfen wir vor dem Verkauf genau, ob das verwendete Material nur aus Eigendrehs besteht, oder eben Fremdquellen enthält.

    Noch eine Bemerkung zum Copyright:
    Wenn, wie in diesem Fall, ein Beitrag Eigen- und Fremdmaterial enthält, nennen wir die Fremdmaterialquelle im Anspann. Das haben wir ihn dem Fall, weil die Quelle im Video insertiert wurde, nicht gemacht. Auch das war nicht korrekt.

    Wir haben den Film offline gestellt. Zum weiteren Klärung haben wir uns schon per Mail an Sie gewandt.

    Herzliche Grüße,

    Sven Christian,
    Leiter Bewebtbild SPIEGEL ONLINE

    • Bewebtbild? 😀

    • szo

      Erst einmal ist es unseriös etwas Anzunehmen statt zu Fragen und zwar Vorab. Zweitens ist ein Video auf Facebook nicht Automatisch mein eigenes nur weil ich es Online stelle. Das sollten Facebook Nutzer eigentlich als Grundwissen verinnerlicht haben und besonders wenn Interessierte aus einer Brache kommen welche so darauf pocht bloß nicht die eigenen Inhalte unentgeltlich zu nutzen.

      Ein Angebot sollte dazu immer erst dann erfolgen wenn auch klar ist das die Rechte dafür auch vorliegen. Seit wann darf ein Kunsthändler bei einer Anfrage eine Kaufsumme dem Interessenten nennen wenn ihm nicht klar ist ob das Bild überhaupt in seinem Besitz ist? Das ist nicht nur Unseriös sondern Täuscht auch noch den Besitz vor was nahe dem Betrug kommt.

      Wer ein Video auf seiner Plattform online stellen möchte, und dies bei der am meisten Besuchten Plattform in Deutschland welche zudem damit durch Werbung (Klicks & more) generiert , muss vorab sich die Rechte und Erlaubnis dafür einholen. Die Einnahmen durch die unerlaubte Nutzung dieses Materials wird SPON ja wohl sicher nicht mit in der Entschuldigung weiter reichen oder? Und auch das ist Betrug. Sie nutzen etwas was Ihnen nicht gehört, fragen vorab auch nicht ob sie es nutzen dürfen, verschweigen die Quelle und den Urheber und erzielen mit dem Material Einnahmen. Man könnte Sie auch Hehler nennen.

      Es kommt nicht aus Versehen vor und es kommt nicht ab und an mal vor sondern ist bei SPON & Co. ein Dauerthema. Es wird Zeit Ihnen das Handwerk zu legen.

      • naj

        „Lügenpresse!!!“

    • Gutmann

      Schön & interessant Ihre Stellungnahme im Namen von ‚Spiegel Online‘ hier zu lesen. Dennoch betrachte ich kritische Fragen bezüglich a) Ihrer Professionalität, b) Ihrem Berufsethos und c) Ihrem Rechtsverständnis als nicht ausgeräumt. Was das Urheberrecht anbelangt – der Begriff „Copyright“ gibt es bei uns eigentlich nicht, er stammt aus dem anglo-amerikanischen Rechtsgebrauch – reicht natürlich eine Nennung allein noch lange nicht aus, um ein Bild oder Video ungefragt verwenden zu dürfen. Es sein denn, es ist erschitlich, dass der Urheber der Weiterverbreitung zugestimmt hat – etwa durch ein Zeichen, das eine CC-Lizenz oder ähnliches ausweist.

      Auch das Herauskopieren von Bildern aus Facebook ist für einige Abmahnanwälte inzwischen eine gute Einnahmequelle geworden. Vielleicht gerät ‚Spiegel Online‘ ja auch mal an so einen – die Bildredaktion könnte etwas Nachhilfe insachen Urheberrecht gut gebrauchen, scheint mir. Bei den verstorbenen Niederländern des Fluges MH17, deren Bilder der ‚Spiegel‘ am 28.7. ungefragt auf das Titelbild gesetzt wurden für eine politische Meinungsäußerung gegen Putin, ging man ja auch nicht gerade zimperlich mit sowohl den Persönlichkeits- und Urheberrechten um. Etwas Nachhilfe vorab: http://www.lto.de/recht/hintergruende/h/spiegel-cover-foto-opfer-mh017-presserecht-urheberrecht-persoenlichkeitsrecht/

      Mich würde das Statement von Sven Christian erst recht auf den Plan rufen um einen Rechtsanwalt einzuschalten.

  • Pingback: Von der Dreistigkeit der Stamm-Medien. Unübertroffen: der SPIEGEL | Swiss Radar()

  • Jens V

    Hast du dich damit mal direkt an die Redaktion vom „Journalist“ gewendet. Es wäre schön, nicht nur auf deinem Blog dazu zu lesen, sondern auch im wichtigsten deutschen Journalismus-Fachblatt. Und nicht nur als Meldung, sondern als Reportage, die auch den Konzernen auf den Zahn fühlt.

  • Spiegels Hehlerei („vierstelligen Betrag“) wuerd ich mal mit Qualitaetskriminell umschreiben.

  • nuts

    Abmahnen! Spiegel hat doch das Leistungsschutzrecht gefordert!

  • Pingback: Mein Gut, dein Gut, gar nicht gut | Coders ♥ Coffee()

  • Jörg Zimmer

    Ich finde es ja aller Ehren wert, dass sich hier Redaktionen von SPON und Welt zu Wort melden und entschuldigen. Aber mal ehrlich – warum ist Euch dieses Video überhaupt eine Story wert? Weil Tobias Huch in der FDP ist. Dabei ist Herr Huch (soweit ich weiß) nicht mal Mandatsträger für die FDP. Er ist Beisitzer bei den Julis in RLP aber bekleidet darüber hinaus keine wichtigen Parteiämter. Die Schlagzeile von N24 ist da am entlarvendsten. Ihr wollt zeigen, dass FDPler irre sind. Rumhacken auf der FDP verkauft sich gut. Nachrichtengehalt fast Null aber wer will schon Nachrichten, wen man sich empören kann? Emotionen machen den Reißer, nicht Inhalte.

    Wenn ihr Eure Entschuldigung wirklich ehrlich meint, dann recherchiert doch mal objektiv und verfasst anschließend einen neutralen und sachlichen Artikel über das Engagement von Tobias huch und Enno Lenze in Kurdistan. Vermutlich lasst ihr dann die Parteizugehörigkeit weg, die passt ja nicht zu Menschen, die sich aufopferungsvoll einsetzen.

  • Se7en

    Besonders ärgere ich mich über jene Verlage, die sich so stark für ein Leistungsschutzrecht eingesetzt haben um „deren harte Journalistische Arbeit“ schützen zu lassen. zB Axel Springer – ich bin kein Fan von Urheberrechten, aber goßer Fan von Creative Commons, Namensnennung, unkommerzieller Wiederverwendung,.. Rechte, die bei den Leuten liegen, die Kunst/Medien/Journalismus MACHEN, nicht bei jenen die sich krallen, was sie kriegen können um es an den Höchstbietenden zu verkaufen.

    Diese Doppelmoral seitens der Verlage, die auf ihre Rechte pochen und auf andere Rechte scheissen geht mir gehörig gegen den Strich.

  • iris

    was mich riesig freut: ich hab diesen link vor 4 stunden bei spiegel-online unter ihren artikel zu urheberrechtsverletzungen gepostet, und vor 3 stunden haben sie hier reagiert. muss kein zusammenhang sein, könnte aber 🙂

    weiter viel erfolg, und hoffentlich beteiligung an eventuellen einnahmen aus verkauf ihres materials!

    herzlichen gruß und save return!

  • Also ich weiß nicht, ob hier jemand Interesse daran hat. Aber vielleicht ja doch. Denn die Frage ist tatsächlich, ob der Spiegel und N24 und alle die anderen das nicht rechtmäßig gemacht haben?

    Zunächst mal: Viele Medien haben das Video über die Embedd-Funktion in Facebook eingebunden. Hierzu gibt es eine Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs, die das als zulässig bezeichnet. Kann man hier nachlesen: http://www.rechtzweinull.de/archives/1620-wichtige-entscheidung-des-eugh-einbettung-embedding-von-youtube-videos-ist-keine-urheberrechtsverletzung.html

    Problematisch sind also „nur“ die Filmbeiträge auf Spiegel Online, N24, T-Online, Focus usw.

    Enno könnte abmahnen wenn seine Urheberrechte verletzt wären und dann auch nachträglich Lizengebühren verlangen. Grundsätzlich genießt Enno den Schutz des Paragraphen 1 UrhG. Im besonderen ist hier wohl § 94 UrhG einschlägig („Schutz des Filmherstellers“).

    Das UrhG gilt allerdings nicht uneingeschränkt. So steht in § 51 UhrG z.B., dass Zitate zulässig sind. Dafür reicht es aber nicht aus (so der BGH), ein Werk nur um seiner selbst willen zur Kenntnis der Allgemeinheit zu bringen. Vielmehr muss eine innere Verbindung mit den eigenen Gedanken hergestellt werden. Dafür wird es darauf ankommen, wie man den gesamten Beitrag beurteilt. Wenn ein Gericht den Beitrag über Tobias Huch als eigenständiges Werk mit eigenständigen Gedanken und Aussagen bewertet, und wenn diese Ausschnitte dazu dienen sollen, diesen Gedanken zu belegen, dann kann durchaus $ 51 UrhG in Betracht kommen.

    Und dann gibt es da auch noch den $ 50 UrhG. Danach ist es zulässig, wenn die Presse zur Berichterstattung über Tagesereignisse durch Funk oder durch ähnliche technische Mittel, Werke verwendet. Sie muss dann KEINE EInwilligung einholen.

    Der BGH sagt dazu: „Die Schrankenregelung des § 50 UrhG dient der Meinungs- und Pressefreiheit sowie dem Informationsinteresse der Öffentlichkeit. Sie soll die anschauliche Berichterstattung über aktuelle Ereignisse in den Fällen, in denen Journalisten oder ihren Auftraggebern die rechtzeitige Einholung der erforderlichen Zustimmungen noch vor dem Abdruck oder der Sendung eines aktuellen Berichts nicht möglich oder nicht zumutbar ist, dadurch erleichtern, dass sie die Vervielfältigung, Verbreitung und öffentliche Wiedergabe geschützter Werke, die im Verlauf solcher Ereignisse wahrnehmbar werden, ohne den Erwerb entsprechender Nutzungsrechte und ohne die Zahlung einer Vergütung erlaubt.“

    Und das liegt hier gar nicht so fern. Denn die Presse hat das direkt nach dem Facebook-Posting online gestellt, der so eine heftige Reaktion hervorgerufen hat. Das hätte zwei Wochen später niemanden mehr interessiert.

    Ob und was hiervon einschlägig ist, müsste ein Gericht entscheiden. Das kann ich natürlich nicht final beurteilen. Aber es ist sicher nicht so einfach, dass man hier einfach „Urheberrechtsverletzung“ schreien kann und mit dem Finger auf die Medien zeigen.

    Ich persönlich glaube – das sagte ich schon mal, dass Tobias die Gerichtsverhandlung verlieren würde.

    Und für alle, die das nicht interessiert, die mögen vielleicht diesen Spruch hier 🙂

    • Guest

      „Enno könnte abmahnen wenn seine Urheberrechte verletzt wären und dann auch nachträglich Lizengebühren verlangen.“

      Man merkt, dass hier einer Jura studiert (hat) oder, wie ich, einige Jura-Kurse an der Uni hatte. Gibts eigentlich für Verwendung unter § 50 UrhG auch nachträglich angemessene Vergütung? Im § 50 selbst stehts ja nicht, aber ich erinner mich, dass es das Konzept von der angemessenen Vergütung (ohne vorherige Lizensierungspflicht) im UrhG durchaus gibt.

    • Guest

      Ich persönlich glaube, ihm persönlich ging’s eher darum, dass die Medien ihr Logo in den Film gepappt haben (teilweise über seinen Namen) und damit der Eindruck erweckt wurde, das Material stamme von ihnen selbst. Gegen einen Link oder ein Framing hätte Herr Lenze sicherlich nix einzuwenden gehabt und für ein Zitat oder eine Berichterstattung über Tagesereignisse wäre dies auch durchaus ausreichend gewesen.

  • Herbert Ho Ho Ho

    Ich würde die knallhart abmahnen, inklusive erstattung aller Einnahmen die die Abzocker mit den Inhalten gemacht haben. Die Meinstreampresse ist es ja die immer am ärgsten gegen „Raubkopiern“ lamentiert und abmahnt, lasst die doch bitte mal die eigene Medizin schmecken.

  • Klaus Biella

    Klar – ein Fehler kommt mal vor. Aber dass gleich mehrere große Medien so schlampig arbeiten? Glaube ich nicht – da steckt System dahinter. Und da geht es nicht nur um eine zivilrechtliche Abmahnung, da geht es auch strafrechtlich um eine Urheberrechtsverletzung.

  • Man kann ja heutzutage schon froh sein, wenn einem die Rechte an den eigenen, selbst aufgenommen Bildern verkauft werden.
    So großzügig war Franzis bei mir nicht….

  • ScheißWelt

    Trotzdem hat Jürgen Todenhöfer beste Arbeit geleistet und spielt sich nicht auf 😉

  • Fuchsi

    Unsere Medien sind einfach der letzte Dreck und wollen nur noch mit möglichst geringem Einsatz (schlecht bezahlte Praktikanten, Buy-out der Arbeit freier Mitarbeiter, oder wie hier einfach eine Annektierung der Arbeit anderer, die keine große Rechtsabteilung haben) und mit schlecht oder garnicht recherchierten Artikeln ihr altes Geschäftsmodell aufrecht erhalten. Aber bald sterben die Idioten, die bereit sind für solchen Dreck Geld zu bezahlen, aus. Ich wünsche, dass diese minderwertigen Medien möglichst schnell untergehen, denn niemand braucht soetwas. Ihren Auftrag als 4. Gewalt nehmen die sowieso schon lange nicht mehr ernst, dann kann man auch getrost darauf verzichten!

  • hardyprothmann

    Was das Abmahn-Geschrei angeht: Abmahner sind die Pest.

    Es gibt auch andere Wege: Wenn ich Urheber- und Nutzungsrechtsverletztungen feststelle, gucke ich erst, wer der Rechteverletzter ist. Privatpersonen (auch Vereine usw.) werden mit Frist aufgefordert, die Verletzung abzustellen. Und wenn es nicht zu dreist ist, war es das.

    Wenn es ein gewerblicher Verstoß ist, stelle ich eine Rechnung mit Aufschlag, räume eine Nutzung mit weiterer Lizensierung gegen Geld ein. Erst, wenn das nicht akzeptiert wird, schalte ich einen Anwalt ein.

    An Stelle von Herrn Lenze, würde ich mich anwaltlich zur Höhe des Honorars beraten lassen, Rechnungen schreiben und die Abmahnung androhen.

    Unterm Stich kommt da sicher ordentlich was zusammen.

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  • Reiner Manstetten

    Was ich natürlich nicht überprüfen kann! Aber es wundert mich nicht, wenn gerade die deutsche Journalie sich so verhält. Schön im kuscheligen Büro sitzen, nen Kaffee saufen, Talkshows mit journalistischem Schwachsinn fluten und i.d.R. viel Propaganda verbreiten.

    Eine eigene Meinung passt auch nicht in die Kostenstruktur der Verlage! Lieber Propaganda für die breite Masse schreiben und es dann für ich blaube 0,90 € verkaufen oder als Lückenfüller zwischen der teuer verkauften Werbung platzieren, damit man mal was Neues hat.

    Chapeau für soviel Mut!

  • Fred

    So bitter es klingt, ohne Schmerzen (Abmahung) werden sie es nie merken.

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  • So, nun habe ich mal versucht, mir das anzusehen. Auf beiden Tobias-Huch-Profilen bei Facebook ist das Video nicht zu finden. Also bei der Welt. Und vor dem (zugegeben stark kommentierten und somit mit durchaus eigener redaktioneller Leistung versehener, wobei ich zugeplapperte Videos hasse – Zoomit macht das dauernd) ist eine BRÜLLLAUTE AIDA-WERBUNG VON 21 SEKUNDEN!!!
    Nachdem ich die Lautsprecher endlich heruntergeregelt hatte, habe ich dann das eigentliche Video nicht mehr verstanden. 🙁
    Aber Mirko Lange findet ja alles toll, wo man Multimedia mit brüllender Werbung hat. 🙁

  • toddy

    Das einzige, was mich persönlich an der Mitteilung stört, sind drei Buchstaben.
    FDP.
    Muss das sein?

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  • Dennis Grundman

    Ok, ich blende spon ab sofort vollständig aus meiner Medienrezeption aus, Drecksladen.

  • tatortgrundgesetz

    Enno klagt nicht, aber bekommt ne Pauschale.
    Ist trotzdem schade das es rechtlich nicht geklärt ist, der Präzedenzfall wäre für alle Contentschaffenden Privatmenschen wichtig.

  • hansi

    bittebitte- verklag die so schnell wie es geht auf genau das, was die von dir wollten und spende das dann anschließend unter großem mediengedöns an humanitäre hilfe oder waffen für rojava.

  • Pingback: In lizenzierte Fotos in den Medien - ascii_ch()

  • FacebookDontDoEvol

    Du hast doch eingewilligt, dass dein Materiel kommerziell verwendet wird! Am besten du liest noch einmal die Facebook AGBs!

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  • fakeraol

    Der FDP-Typ betreibt auch bloß Kriegspropaganda, nicht besser als Todenhöfer, nur anders. Die Exporteure der Mordwerkzeuge im Bundestag zu verurteilen, wäre ja zu konsequent.
    Und wer Fratzenbuch benutzt, und dann die Konsequenzen beklagt, zeigt nur seine Inkompetenz bei der Mediennutzung.

  • Pacemaker

    Wenn „die“ das schon mehrfach gemacht haben plädiere ich für Null-Toleranz – sofort Abmahnung!

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  • Sie können ja Rechnungen schreiben und das Geld für Kurdistan spenden.

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  • Padre

    Freche Geschichte! Mich würde dennoch interessieren, ob Herr Huch als Privatmann oder Politiker mit gesellschaftlichem Auftrag vor Ort war. Und mit dieser Frage würde mich interessieren, warum Herr Huch die deutschen Hoheitszeichen an seiner martialischen Fantasieuniform trägt, auf welcher rechtlichen Basis er sich bewaffnet in einem Konfliktgebiet aufhält und inwieweit er mit der Ankündigung, in Kürze eine Panzerabwehrgranate auf Terroristen abzufeuern, ein paar deutliche Grenzen überschreitet, wenn er doch eigentlich den Eindruck einer Hilfsorganisation machen möchte? Entschuldigung, aber hier steht mir ungläubig der Mund offen.

    • enno

      Hallo,
      Es ist keine Phantasieuniform, sondern Schutzausrüstung, welche im isis Gebiet Sinn ergibt. Du kannst gerne ohne welche hin, wenn du magst. Eine waffenrexhtliche Erlaubnis im Gastland lag vor. Für mich übrigens auch, nur habe ich meine nicht genutzt. All diese Dinge sind aber ausführlich im Bericht zur Reise beschrieben. Aber das bekommt man nicht mir, wenn man sich sensationslustig auf 43 Sekunden Video stürzt.

      Daher bitte erst den verlinkten langen Artikel lesen, dann Kontext erkennen, dann weiter „Hilfe ich würde zensiert“ rufen.

      Gruss Enno Lenze

  • Padre

    uh, schon ist mein kommentar gelöscht. zensur zensur. alles klar. 🙂

    • enno

      Zum einen ist Zensur, wenn ein Staat oder ähnliches dafür sorgt, dass eine Meinung nicht kundgetan werden kann. Nicht, wenn jemand einen Blog Kommentar löscht. Zum anderen steht der Kommentar noch da, aber ich möchte dich nicht aus deiner Opferrolle drängen. Du kannst es gerne weiter glauben.
      Gruss, Enno Lenze

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  • Die Reisen und deine Ausrüstung muss ja auch irgendwie bezahlt werden. Ich würde schon abmahnen, um die Kosten an sich rauszuholen. Oder wie schon weiter unten an Kurdistan Wasser spenden oder in dein Museum investieren.