Hacktrain

Hacktrain Organisatoren

Geschichte

Innerhalb der Hackerszene gibt es über das Jahr verteilt verschiedene Veranstaltungen. Das Highlight bildet seit 1984 der Chaos Communication Congress. Dieser war im Jahr 2002 Anlass für die erste Hacktrain-Planung durch Enno Lenze, Mitglied des Chaostreffs Dortmund, einer dem Chaos Computer Club nahestehenden Gruppe.

Anfragen bei verschiedenen Bahngesellschaften verliefen zunächst erfolglos, da die Kosten nicht tragbar gewesen wären. Eine Diskussion im Usenet brachte den gewünschten Erfolg. Einer der Leser des Beitrages war sowohl Mitglied der Demoszene, als auch bei der Reinhessischen Eisenbahn tätig. Durch Mund-zu-Mund-Propaganda sowie einen Artikel im Heise-Newsticker wurde der Hacktrain schnell bekannt.

 

Erster Hacktrain

Der erste Hacktrain fuhr im Jahr 2002 zum 19. Chaos Communication Congress nach Berlin. Der Startpunkt war Mainz, danach führte die Route über Köln, Düsseldorf, Bochum, Hamm, Bielefeld und Hannover. Von Anfang an stand die Fahrt unter chaotischen Vorzeichen. Während der Zug vom Zugführer sowie dem Cateringpersonal vor dem Bahnhof Bingen vorbereitet wurde, waren die Organisatoren nicht anwesend. Während zwei ihr Hotel nicht gefunden hatten und den Standort des Zuges nicht kannten, verschliefen die anderen beiden, da ihr Wecker nicht funktionierte. Zwei schafften es noch gerade zur Abfahrt des Zuges, während die anderen beiden in Mainz zusteigen mussten.

Hacktrain Zuglaufschild

Bei dem Zug handelte es sich um einen aus einem Trieb- und einem Steuerwagen bestehenden Esslinger Schienenbus aus den 50er Jahren. Zwischen den Waggons bestand kein Durchgang. Es wurden 200 Plätze zu je 90 Euro, unabhängig von der Strecke, angeboten. Das Ticket umfasste Hin- und Rückfahrt. Es wurden 195 Tickets über das eigens programmierte Buchungssystem verkauft. Nach dem Kauf konnten die Inhaber des Tickets online Ihren Platz wählen. Dabei konnte man einen Namen oder ein Pseudonym eintragen, sodass eine genaue Planung der Sitze möglich war.

Der Zug war vor Abfahrt mit entsprechenden Zuglaufschildern, Luftballons, zusätzlichen Tischen und Generatoren ausgestattet worden. Im Zug wurde Netzwerk per Kabel sowie Wireless LAN angeboten. Es gab Lautsprecher in jedem Waggon, welche von einer eigens programmierten “Jukebox” mit Musik versorgt wurden. Die Musik konnten die Mitfahrer sowohl selbst zur Verfügung stellen, als auch durch Abstimmung bestimmen.

Die meisten Fahrgäste wählten einen Bahnhof in ihrer Nähe. Die weiteste Anreise nahmen jedoch zwei Schweizer auf sich, die sich diese Anfahrt nicht entgehen lassen wollten. Im zweiten Waggon funktionierte zum Unmut der Fahrgäste die Heizung nicht und dieses Manko konnte vor Ort auch nicht gelöst werden. Zum Ausgleich gab es kostenlos warme Getränke. Der WDR war von Köln bis Bochum durch eine Mitarbeiterin vertreten, welche den einzigen Artikel unmittelbar aus dem Zug schrieb.

Die Fahrt verlief weitestgehend wie geplant. Die Fahrzeit betrug von Bingen bis Berlin Alexanderplatz etwa 18 Stunden.

Zweiter Hacktrain

Zum 20. Chaos Communication Congress wurde der zweite Hacktrain geplant, welcher jedoch aufgrund einiger Unstimmigkeiten zwischen Organisatoren und der “Community” nicht stattfand.

Dritter Hacktrain

Im Sommer 2005 fand in den Niederlanden das Hackercamp What The Hack statt, zu welchem der dritte Hacktrain fahren sollte. Die Planung der Route wurde mehrfach stark geändert. In der ersten Version sollte sie von Bingen über das Rheinland in die Niederlande führen. Dies erwies sich als nicht finanzierbar, da eine zu geringe Zielgruppe erreicht worden wäre. Die zweite Version führte über Bremen und Berlin. In diesen Städten gab es jedoch zu geringes Interesse. Die finale Version begann in Bingen und führte über Gießen, Hannover, Bielefeld, Hamm, Bochum, Düsseldorf und Venlo nach Den Bosch. Da sich ein alter Bahnsteig direkt vor dem Campgelände befand wurde geprüft, ob dieser angefahren werden kann.

Als Zug sollte dieses Mal der Sonderzug “Rollende Weinstraße” der Centralbahn mit Lauben- und Büttenwagen eingesetzt werden. Somit wären 386 Plätze (als Anspielung auf den 386er-Prozessor) sowie ein Waggon für Gepäck verfügbar gewesen. Durch die zeitlich enge Planung und die Notwendigkeit in den ersten 14 Tagen 200 Anmeldungen zu erreichen, was nicht klappte, kam auch dieser Hacktrain nicht zustande. Es war vorraussichtlich die letzte Planung.

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