Tiere als militärische Werkzeuge

Carlsbad AAF brennt nach Fledermausattacke ab. Foto: USGOV-PD

Tiere werden beim Militär weniger als Lebewesen und mehr als Rohstoff gesehen. Schon früh wurden z.B. Kriegselefanten eingesetzt. Aber die Einsatzzwecke wurden immer wirrer, und die Tiere verkamen zu Nutzobjekten. Als ich nach einem bestimmten Programm suchte, fand ich ein paar abgefahrene Ideen, von denen die meisten im Zweiten Weltkrieg aufkamen.

Panzerabwehrhunde
Beim Angriff auf Kursk 1943 („Unternehmen Zitadelle“) wurden von den Russen Hunde mit Bomben gegen Panzer eingesetzt. Durch eine Art Schalter am Rücken lösten die Bomben aus, wenn die Hunde unter den Panzer kletterten. Leider benutzten die Russen Diesel, die Deutschen teilweise Benzin, und Hunde sehen die Welt durch die Nase… Leichtes Friendly-Fire kam vor. Dennoch haben die Hunde 12 Panzer der Deutschen ausgeschaltet. Somit blieben den Deutschen nur noch 2.453 Panzer zum Weiterfahren. Das Programm wurde danach wohl eingestellt

Hühnerheizung
In den 50er Jahren kam die Idee auf, nukleare Landminen zu bauen. Diese hätten die Hälfte der Sprengkraft der Nagasaki-Bombe gehabt. Damals gab es die Idee von sich selbst zersetzenden Minen noch nicht, also sollten sie lange halten. Minen muss man bekanntlich verbuddeln. Konventionelle, damit sie zünden (Druckzünder), und nukleare, weil sie nicht in der Gegend rumstehen sollten. Wenn man sie aber über Winter in der Erde verbuddelt, friert die Elektronik ein. Also braucht man eine Heizung, für die man wieder mehr Akkus braucht, welche unter der Kälte aber auch leiden. So kam man auf die Idee, Hühner zum Heizen zu benutzen. Das Problem ist, dass das Huhn etwas essen und trinken muss. Essen kann man in einer Art Fertigfutter für die Laufzeit einlagern, Trinken aus Regen oder Schnee sammeln und gegebenenfalls schmelzen. Doch darf das Huhn auch nicht krank werden und die Akkudeckel nicht durchscharren. Irgendwann kam dann wieder ein klar denkender Mensch vorbei und beendete die Sache, ohne dass sie je aktiv genutzt worden wäre.

Kitty-Bomb
Als es noch keine guten elektronischen Zielsysteme gab, musste man sich irgendwie behelfen. Um einen Torpedo ins Ziel zu bekommen, kamen die USA im Zweiten Weltkrieg auf die spannende Idee, ein Tier zu benutzen, das das Boot als Ziel identifiziert. Aber es muss von einem Flugzeug abzuwerfen sein. Also kann man schlecht Delphine nehmen – wobei es auch die Delphin-Killer-Kommandos gab. Stattdessen kam folgende Idee auf: Da Katzen wasserscheu sind, setzt man sie (mit Sichtfenster) in die Bombe und gibt ihnen Steuerseile in die Pfoten. Sie werden, um das Wasser zu vermeiden, das gegnerische Kriegsschiff anpeilen. Der Plan hatte zwei Lücken: Katzen sind nicht wasserscheu und sie halten keine großen Beschleuniungen aus. Somit gingen die Katzen schon bei kleinen Tests sofort k.o. Das Programm wurde nicht weiter geführt.

Fledermaus-Bombe
Kurz nach dem Angriff auf Pearl-Habour kam ein Zahnarzt auf die Idee, Fledermäuse im Krieg gegen Japan einzusetzen. Der Plan war simpel: Die Fledermäuse werden mit 15g Napalm und einem Zeitzünder ausgestattet. Viele große Hallen in Japan waren damals zu großen Teilen aus Holz und Bambus gebaut. Die Fledermäuse wurden trainiert, präpariert und sollten eingesetzt werden. Versehentlich wurden sie allerdings auf dem eigenen Stützpunkt losgelassen, der bis auf die Grundmauern niederbrannte.

Project Orcon
Wieder aus der Not nach einem guten Zielsystem heraus überlegte man Tauben einzusetzen. Diese kann man trainieren, sie haben einen guten Navigationssinn, und man konnte ihnen sogar Tischtennis (oder sowas ähnliches *hust*) beibringen. Also sollte nun statt der Katze eine Taube das Ziel finden. Die Tauben wurden dressiert, etwas Helles auf einem dunklen Hintergrund mit dem Schnabel anzupicken, um Essen zu bekommen. Durch einen Metallkontakt am Schnabel und ein Metallgitter auf der Scheibe sollten daraus Signale an die Steuerung der Rakete gelangen. Das Dunkle war das Meer, das Helle war das Kriegsschiff. Bei Tests mit Leinwänden funktionierte es sogar. Dennoch wurde das Projekt beendet.

Accoustic Kitty
Zu guter Letzt gab es die Idee, eine Katze zum Abhören von Gesprächen im Park zu nutzen. Dort, nahe der russischen Botschaft in Washington, fanden immer wieder interessante Gespräche statt. Leider wurde die Katze auf dem Weg zum ersten Einsatz überfahren

Ein guter Ansatz zum Weiterlesen ist der Wikipedia Artikel „Military Animals„. Wenn mal so viel Zeit und Geld in die Rettungshundestaffeln gehen würde.