Vom Versuch, den Irak offline zu nehmen

Regime erkennt man unter anderem da dran, dass sie die Hoheit über alle Kommunikation haben. Stehen sie mit dem Rücken zur Wand, wird abgeschaltet. Das war in der DDR so, das ist in China so und es war beim arabischen Frühling so. Zum Glück gibt es Gruppen wie Telecomix, die dem entgegen wirken. Noch schöner ist es, wenn ein Nachbarland oder ein Teil der Bevölkerung stark genug sind, sich dagegen zu stellen.

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Vor wenigen Tagen versuchte die Irakische Regierung genau das. Wie immer mit einer etwas fadenscheinigen Begründung. Im irak ist seit dem Sturzt Saddams einiges besser geworden, doch der Premier Nuri al-Maliki stellt mit seinem autoritären Stil keine Bereicherung da. Das freie Internet ist ihm offensichtlich ein Dorn im Auge. Wie Renesys zeigt, wurde die Verbindung zum Ausland kurzerhand gekappt. Ein großes Problem für Maliki ist jedoch die Autonome Region Kurdistan: De-facto ein eigener Staat, formal jedoch ein Bundesland des Iraks. Sie peerten weiter mit den Nachbarländern, so dass man den gesamten irakischen verkehr über Kurdistan weiter routen konnte.

Karwan Sheikh Raza, Ches des kurdischen Telekommunikationsamtes sagte gegenüber Rudaw

Kurdistan’s own ministry of communication is responsible for dealing with foreign companies and we have nothing to do with Baghdad

Nun bleibt abzuwarten, durch welche mysteriösen Leitungsausfälle Maliki in Zukunft versucht, das Netz abzuschalten.

  • Xarxez Gates

    Das muss doch nicht unbedingt etwas mit Regime zu tun haben. Wir wissen, dass die Lage im irak sehr angespannt ist und auch Terroristen das Internet sich zu nutze machen. Das Internet abzuschalten im Irak ist gar nicht mal so verkehrt.