Die guten Selfpublisher und der böse Buchhandel

lesetipAls Verleger und ex-Pressesprecher der Berliner Piratenpartei habe ich mich im Leben so einigen Diskussionen zum Thema Urheberrecht und Buchhandel gestellt. Und meist habe ich Spaß dran. Ich kenne fast alle Seiten des Business und erkläre gerne den anderen, was sie nicht wissen. Jedoch gibt es auf beiden Seiten Leute, die sich mit Händen und Füßen gegen Fakten wehren und “die Raubkopierer” oder “Die Content-Mafia” einfach nur diskreditieren wollen. Das wird erst dann ein Problem, wenn sie eine große Reichweite haben oder diese von anderen erhalten.

Gerade stieß ich auf diesen offenen Brief an den Buchhandel. Ich habe einen Souvenir-Shop mit Büchern, bin Mitglied im Börsenverein und bin Verleger. Darum fühle ich mich angesprochen – und etwas vor den Kopf gestoßen.

Der Buchhandel in Deutschland funktioniert weltweit (fast) einzigartig. Die Branche Regelt sich dabei extrem gut selbst. Die Verlage stellen alle Bücher in das Verzeichnis Lieferbarer Bücher ein. Das geht einfach per Web-Interface. Zwischenhändler (man nennt sie “Barsortimente”, z.B. KNV, Libri) sehen da was neu ist, schätzen den Bedarf und legen sich was auf Lager. Der Buchhandel hat z.B. das KNV System und bestellt darüber ein Buch. Er sieht meist direkt, ob es verfügbar ist oder nicht. Es kommt Nachts per Kiste in den Laden, der Kunde kann es morgens abholen. Am Monatsende erhält die Buchhandlung die Rechnung. Der Verlag stellt seine Rechnung an den Zwischenhändler. Alle sind zufrieden. Es gibt auch immer wieder Fälle, in denen es Länger dauert, aber die Gängigen Titel sind so verfügbar.

Der Offene Brief, welcher auf der Startseite der Piratenpartei beworben ist, liest sich, als sei er Satire. Oder von einem total unwissenden Menschen geschrieben.

Nicht erst in den letz­ten Mo­na­ten wer­den Self­publis­her und ihre Bü­cher im ge­sam­ten Buch­han­del (off­line wie on­line) boy­kot­tiert, ihre Bü­cher nicht auf La­ger ge­legt und auf Le­ser­an­frage noch nicht ein­mal be­stellt, selbst wenn es gän­gige Werke oder gar Best­sel­ler sind.

Mir ist gerade kein Bestseller bekannt, der nicht in einem Verlag liegt. Zum anderen frage ich mich welcher Buchhändler aus Prinzip auf Umsatz verzichtet. Belege für diese steile These fehlen im Text auch völlig. Wir bestellen auf Kundenanfrage alles. Alle anderen Buchhandlungen die ich kenne auch.

selbst wenn man die Kohle für eine ISBN und fürs VLB in­ves­tiert

Den Einschub verstehe ich nicht. Eine ISBN und die Anmeldung im VLB kostet keine 5€ (also außer bei komischen Dienstleistern, aber nicht als Verlag). Aber gut, das kann man auch als “Investment” werten. Aber halt, es wird Abstruser!

Oben­drein sollte kein Buch­ver­käu­fer seine ei­ge­nen Kun­den falsch in­for­mie­ren oder ihre Ein­käufe da­durch be­hin­dern, dass sie be­haup­ten, die­ses und je­nes Buch gar nicht zu ken­nen

Im Verzeichnis Lieferbarer Bücher sind ca. 1.7 Millionen Titel aus 21.000 Verlagen. Logisch, dass die jeder Buchhändler auswendig können muss – inklusive Verfügbarkeit!

Mal im Ernst, liebe Buch­händ­ler: es gibt ein Le­ben ab­seits der ISBN und auch ab­seits des VLB. Wenn je­mand ein Buch ei­nes Self­publis­hers bei euch kau­fen möchte, dann geht ins In­ter­net (kennt ihr das? Das gibts schon ein paar Jahre), und nutzt die Such­ma­schine eu­rer Wahl, um nach dem Na­men des Au­tors und/oder dem Ti­tel des Bu­ches zu su­chen. Das ist gar nicht so schwer. Und dann wer­det ihr das fin­den. Und dann kann man freund­lich bei dem Indie-Autor oder der Self­publis­he­rin an­fra­gen, ob der oder die euch das Buch schickt.

Die Frage ist: Lohnt das? Buchhandlungen sind Wirtschaftsunternehmen, die kaum noch was verdienen. Wenn man ein Buch für 10€ Brutto bestellt verdient man 3-4€ netto. Dann muss man an der Kasse frei verfügbares Internet haben und nicht nur die Bestellmasken für den Buchhandel. Man muss einen Zahlungsweg ausmachen und sich über das Porto einig werden. Verlage übernehmen das an sich immer. Aber der Selfpublisher? Oder von den 3-4€ noch abziehen? Während die Rechnung des Zwischenhändlers viele Bücher beinhaltet muss diese einzelne Rechnung von der Buchhaltung erfasst werden. Klingt trivial, aber wir reden von 3-4€ die Kosteneffizient genutzt werden müssen.

Die Lösung ist einfach: Der Buchhändler soll das ganze mache ohne etwas daran zu verdienen – aus Solidarität.

Dann bräuchte es noch eine un­ab­hän­gige Online-Plattform für Self­publis­her mit ähn­li­che gu­ten Kon­di­tio­nen wie Ama­zon und ohne die Ab­zo­cke der Ver­lags­an­ge­bote.

Ich finde es ja immer schön als Verleger pauschal als Abzocker bezeichnet zu werden. Die hier angesprochene Unabhängige Plattform wäre in Deutschland auch nciht verboten. Warum macht der Autor des Briefes sie nicht einfach auf?

Unterm Strich ist es ein plumpes gehetzte gegen “Die Verlage” und “Die Buchhändler” von einer Person, die scheinbar keine Ahnung von der gesamte Branche hat. Oder es war eben doch Satire.

 

 

 

 

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Keine weiteren Luftschläge der USA gegen IS

Nachdem die Terrorgruppe IS in den letzten Tagen vereinzelt durch Luftschläge der USA gestoppt wurde, ist kein dauerhafter Einsatz der USA zu erwarten. Ich sprach gerade mit einem Militärberater, welcher mir die Lage erklärt hat.

FA-18 Super Hornet

FA-18 Super Hornet

In den USA stehen im November die Zwischenwahlen an. Für Obama sieht es derzeit schon deutlich schlechter aus, als man hier denken würde. Einen neuen Krieg, und dann noch im Irak, kann er sich nicht leisten. Umfragen bei den Demokraten zeigen, dass 70-80% keine Intervention im Nahen Osten wollen. Bei den Republikanern ist die Zahl niedriger, dort sieht man es eher als Geldverschwendung. Dennoch ist man sich einig: Ein Eingreifen wird das Problem nicht lösen. Was tut man also dort? Man zeigt, dass man militärische Macht hat („show of force“) und dass man immer noch als Welt-Polizei taugt. Aber ohne „eyes on target“ und „foot on ground“, also eigene Bodentruppen, kann man keinen echten Fortschritt erzielen. Diese müssten mit Aufklärungsflugzeugen und Satellitenbildern unterstützt werden. Bodentruppen möchte man nicht, da man sich so der Gefahr aussetzen würde, der IS Geisel zu liefern. Dies wäre ein Desaster für jeden Präsidentenkandidaten. Die einzigen verlässlichen Partner der USA vor Ort sind die Peshmerga, weswegen man mit diesen zusammen die Luftangriffe koordiniert hat.

Mit Maliki sind die USA, aber auch die NATO, etwas überfordert. Er hat eine einigermaßen klare Linie, aber keine Ahnung, wie er das Land regieren soll. Er gilt aber als alles andere als verlässlich, und auch die USA würden ihn gerne weg haben. Robert Baer, ex CIA Mann im nahen Osten äußerte sich ebenfalls dazu. Er sagte man brauche einen drei geteilten föderalen Staat mit starken Bundesländern. Ein kurdisches, ein sunnitisches und ein shiitisches. Dazu einen Präsidenten, der das Land eint. Alles andere würde nicht zur Beruhigung der Lage beitragen.

Aber warum sollen nun die Luftangriffe nicht weiter gehen?

Die Angriffe sind sehr teuer, da sie gerade von Flugzeugträgern aus geflogen. Die Hilfsgüter werden von Flugplätzen wie der Incerlik Airbase in der Türkei aus geflogen. Flugzeugträger gehören zur Navy, die Airbase zur Luftwaffe, beide gehören zu jeweils unterschiedlichen Budgets des Haushalts. Das Budget des US Militärs ist strapaziert genug und darf Obama nicht um die Ohren fliegen. Die F/A-18 Jets müssen über Kuwait und den halben Irak anfliegen und wieder zurück. Das ganze um zwei bis vier Bomben abzuwerfen und das in den Medien zu nutzen. Effektiv ist anders. Aber die Bilder der sterbenden Jesiden zwangen sie zum Einschreiten.

Bisher hatte man von der Lage in Gaza profitiert. Denn wenn Araber andere Araber töten, dann interessiert es die Welt nicht. Wenn Juden und Araber aufeinander schießen jedoch schon. Dies lenkt die Augen der Welt von der IS, vom Irak, Syrien, dem Iran und der Türkei ab. All diese Länder sind mediale Nutznießer des Gaza-Krieges und haben ein gewisses Interesse, dass die Hamas weiter agieren kann. Daher ist man sich in den Sicherheitskreisen auch sicher, dass Teile der Länder die Hamas unterstützen.

Israel und Hamas könnte auch wieder in den Brennpunkt rücken, damit die USA ihre Angriffe einstellen und die IS und ihre Opfer wieder sich selbst überlassen können.

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who is who im ISIS Krieg

Irakische Armee Humvee

Irakische Armee Humvee – mehr Fotos

Die IS/ISIS/ISIL wütet nun seit langem, in erster Linie in Syrien und dem Irak. Derzeit schwappen die Geschichten in die deutschen Nachrichten und man fragt sich, warum „die Kurden“ auf allen Seiten und zwischen der ISIS stehen und warum die Amis mit Kampfjets im Irak rum fliegen, die irakische Armee aber nicht da ist. Die ganze Geschichte ist natürlich sehr kompliziert, ich versuche aber mal die einzelnen Akteure kurz auf die kurdischen Gebiete bezogen zu erklären.

ISIS / ISIL / IS / Islamic State
Im Juni 2014 benannte sich die ISIS in IS um, weil sie da das Kaliphat ausgerufen haben und sich nicht mehr nur auf den Irak und Syrien beschränken wollten. Die ISIS ist eine hochgefährliche Kombination: Verstrahlte Jihadisten-Salafisten und befreite Gefangene aus syrischen Gefängnissen in der Basis, welche sich gerne als Kanonenfutter opfern. In der Führung alte Saddam Generäle, die die Gegend sehr gut kennen und kriegserfahren sind. Die Gruppe besteht unter anderem aus ehemaligen Al Quaida im Irak (AQI), dem Mujahideen Shura Council, sowie der ISI. Viele Details der Gruppe sind aber noch unklar. Sie haben beim Überfall auf Mossul im Juni 2014 ca 500-900 Mio US$ erbeutet und haben ein vermutetes Vermögen von 2,4 Milliarden US$. Sie haben viele Waffen aus irakischen Armeebeständen erbeutet. Neben gepanzerten Humvees haben sie diverse Panzer, gepanzerte Truppentransporter (APCs) und auch größere Raketen erbeutet. In Raqqa zeigten sie Al Hussein Raketen (SCUD), welche hoffentlich nicht mehr funktionieren. Das ganze Vorgehen der IS ist ordentlich koordiniert und schnell. Sie sehen es vor allem auf wehrlose Gruppen ab. Dort können sie schnell für Terror sorgen und schnell Fläche gut machen. Den direkten Kampf mit ebenbürtigen Gegnern meiden sie, wenn möglich. Ein Peshmerga sagte mir nach einem Kampf mit der ISIS “ISIS never fight you face to face, they use cover.“. Sie benutzen selbstgebaute Bomben am Straßenrand (IEDs), greifen von weit weg an, lassen Scharfschützen zurück usw.  Wenn sie aber direkt angreifen, wie kürzlich in Sinjar, dann von vielen Richtungen aus und mit viel Manpower. Sinjar wurde von sieben ISIS Verbänden gleichzeitig aus sieben Richtungen angegriffen. Die dort lebenden Jesiden sind friedliche gläubige Menschen, die dann abgeschlachtet wurden.
Die ISIS sind also zweifelsohne ein Feind, den es völlig zu vernichten gilt.

Irakische Armee

Irakisches Equipment

Irakisches Equipment – mehr Fotos

An sich sollte die irakische Armee der große Gegner der IS sein. Leider zog sich die irakische Armee sehr schnell aus weiten gebieten (tausende Quadratkilometer) zurück. Bei Mosul und Kirkuk habe ich große Mengen verlassenes Equipment gesehen: Gepanzerte Fahrzeuge, Waffen, schusssichere Westen, Uniformen usw. lagen einfach weit verstreut herum. Checkpoints wurden von ihnen verlassen, die Bevölkerung den IS Terroristen überlassen.  Bisher ist weiterhin unklar, warum zehntausende irakische Soldaten so schnell z.B. aus Mossul abzogen.

Die irakische Armee bildet derzeit einen Ring um Bagdad und schafft es kaum mehr zu schützen. Der Nordirak wird größtenteils von den Peshmerga, aber auch von all den anderen nun folgenden Gruppen, gesichert.

Peschmerga / Peshmerga / Pêşmerge der PUK/PDK/PDK-I

Peschmerga Special Forces

Peschmerga Special Forces

Im Norden des Iraks gibt es die Autonome Region Kurdistan. Die Entstehung und warum man dort so unabhängig ist, habe ich hier ausführlich erklärt. Diese hat eine eigene Armee, die Peshmerga. Diese Armee besteht aber eigentlich aus zwei Armeen, weswegen man oft auch von PUK-Peshmerga und PDK-Peschmerga (oder Barzani-Peshmerga) redet. PUK und PDK sind die beiden großen Regierungsparteien, welche die kurdische Regionalregierung KRG stellen. In der Autonomen Region gibt es sonst keine Armeen, Melizen oder ähnliches. Selbst Privatarmeen wie Blackwater (später XI und ACADEMI) dürfen hier nicht mehr operieren. Die Peschmerga verfügen über aktuelle Handfeuerwaffen von Glock, über M16 und A4, Dragunow, AK-47, AK-105 und über diverse Panzer von T-54 bis T-72 sowie verschiedene APC aus russischer Produktion der 70er-90er Jahre. Eine Luftwaffe oder Marine gibt es nicht, selbst Flugabwehr nur Marginal. Sie haben ca 250.000 Mann welche die Autonome Region von der syrischen über die türkische bis zur iranischen Grenze verteidigen. Sie habe ich mehrfach besucht und berichtete hier darüber. Sie sichern eine Region etwa so groß wie Niedersachsen und bisher so erfolgreich, dass man im Landesinneren weiterhin sicher leben kann.
Zusätzlich gibt es die Peshmerga der PDK-I im Iran.

Asayesh / Asayish
Wenig im aktiven Kampf, aber im Hintergrund, an den Grenzen usw. operiert der Nachrichtendienst der kurdischen Regionalregierung Asayesh (kurdisch für “Sicherheit”). Er wird durch die CIA unterstützt und gilt als sehr gut und effizient. Sie sammeln allerhand Informationen und bereiten aus diese zu Nachrichten auf, welche die Armee und die Polizei für ihre weitere Arbeit nutzen. Es gibt auch Bewaffnete Einheiten die z.B. an Kämpfen in Guer teil nahmen.

Volksverteidigungseinheiten YPG / YPJ
Im Norden Syriens liegen die großen Kurdischen Gebiete. Diese Gegend heißt auch Rojava. Hier stehen große Gebiete unter der Kontrolle der Partei der Demokratischen Union (PYD) (welche der PKK nahe steht). Zur PYD gehören die Volksverteidigungseinheiten YPG. Diese sind ca. 45.000 Mann stark und wurden gegründet um die kurdischen Gebiete im syrischen Bürgerkrieg gegen die syrische Armee sowie die freie syrische Armee (FSA) zu verteidigen. In einigen Gebieten kämpfen FSA und YPG aber auch gemeinsam gegen sie syrische Armee. Durch den abklingenden Türkei-PKK Konflikt werden dort Kämpfer frei, welche die YPG Unterstützen. Die YPG schafft es trotz geringer Mannstärke und weniger Waffen (schlechter ausgestattet, als die Peschmerga) ihre drei Kantone von der IS sicher zu halten. Zuletzt gab es große Schlachten um Kobani in welcher im großen und ganzen drei Dörfer an die IS fielen, sich die YPG aber sonst behaupten konnte. Als die IS im August 2014 das irakische Dorf Sinjar (bzw die ganze Gegend) überrannte und sich die dort Stationierten Peshmerga zurückzogen, hatte die YPG sogar genug Ressourcen diese Lücke zu füllen und zumindest ein noch größeres Abschlachten von Jesiden zu verhindern. Sie sind der geheime Star am Rande, den die Welt kaum wahr nimmt und der als underdog unglaubliches leistet.

YPG und Peshmerga halten sich meist voneinander fern, da es diverse ideologische und politische Konflikte gibt. Gegen die IS Kämpfen sie aber regelmäßig zusammen.

Die YPJ ist die Frauen-Brigarde in der YPG.

PKK
Die PKK kennt man an sich nur aus der Türkei. Wegen der fortschreitenden Friedensbehandlungen im Türkei-PKK Konflikt gibt es jedoch immer weniger aktive PKK Kämpfer in der Türkei. Sie kommen immer wieder zur Unterstützung der YPG in nach Rojava, in den Norden Syriens.

Amerikanische Armee

f/a-18 gegem IS

f/a-18 gegen IS

Die amerikanische Armee hat von der nahe gelegenen Incirlik Air Base aus einen guten Überblick über die Lage. Mit Drohnen und Aufklärungsflugzeugen wird das Gebiet umfangreich überwacht. Zusätzlich ist im persischen Golf der Flugzeugträger USS George Bush, welcher über neue Stealth-Dronen verfügt und von dem aus ebenfalls Angriffe geflogen wurden. Im August 2014 haben sie mit f/a-18 und Drohnen Stellungen der IS beschossen.

Türkische Luftwaffe
Die türkische Luftwaffe hat den Luftraum über der Autonomen Region Kurdistan mit acht Jets überwacht und würde auch Angriffe fliegen. Historisch wäre das, weil dann am Boden die PKK und in der Luft die türkische Armee gemeinsam kämpfen würden.

Iranische Armee
Die iranische Armee ist seit August 2014 mit 200 Mann in der Provinz Kirkuk und soll auch für Luftangriffe in der autonomen Region Kurdistan zur Verfügung stehen. Der Süd-Osten der Region wird von der PUK Regiert, welche dem Iran näher steht.

 

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Aktuelle Lage in Kurdistan – Keine Angriffe auf Erbil

Ich war vor kurzem vor Ort und habe seitdem durchgehend Kontakt zu Leuten in Mossul, Dohuk, Kirkuk, Erbil und Sulaymaniyah. Die Berichte, die ich direkt erhalte weichen oft von denen ab, die ich hier lese. Die einzige deutsche Zeitung von der ich weiß, dass sie bis Bagdad selber vor Ort war ist (wirklich!) die Bild. Sonst sitzen die Redaktionen oft in Istanbul, Kairo oder gar Deutschland.

krg-brief

KRG Mitteilung

Derzeit berichten deutsche Medien, daß die kurdische Hauptstadt Erbil (Arbil, Irbil) unter Artilleriebeschuß der ISIS steht . Das ist eine Falschmeldung unklarer Herkunft. Ich habe vor Ort angerufen und Leute aus der 21. Etage des Divan Hotels gucken lassen, dies ist eines der höchsten Gebäude der Stadt. Dort sehen und hören sie keine Artillerie. Die kurdische Regionalregierung KRG stellt dazu fest

the Kurdish Regional Government wished to make clear, that there have been no attacks in the City of Erbil

Von vor Ort berichten mir alle das gleiche: Die Grenzen Kurdistans werden von den Peschmerga weiterhin gehalten. Vorübergehende kleine Gebietsverluste gab es nur in den umkämpfen Gebieten (“Disputed areas”). Die Peschmerga Kommandanten, die sich dort aus den Orten zurück gezogen und den Genozid zugelassen haben werden dafür vors Kriegsgericht gestellt. Die Gebiete sind inzwischen auch zurück erobert worden.

Auch hieß es, die ISIS habe den Mossul Damm übernommen: Es gab Gefechte, jedoch sind inzwischen alle Gebiete wieder unter Peschmerga Kontrolle. Rudaw, ein kurdischer Nachrichtendienst, der der Regierungspartei KDP Nahe steht, hat vor Ort gefilmt.

Seit gestern Nacht fliegen die USA mit Drohnen und F/A-18 Luftangriffe auf ISIS Ziele, die sie seit Wochen beobachten. Dieses Team (Perschmerga am Boden, USA in der Luft) hatte sich schon vor elf Jahren im Kampf gegen Saddam bewährt. Es ist von auszugehen, dass man die ISIS so schnell zurück drängen kann, sofern die Peschmerga mehr Waffen erhalten. Als ich vor Ort war gab es nur neue Handfeuerwaffen europäischer Herkunft, benötigt werden aber Raketen.

Derzeit sind ca. 270.000 Peschmerga unter Waffen. Somit hat man rund 50% Mehr Soldaten als die Bundeswehr im Einsatz, auf eine Fläche von der Größe Niedersachsens.

Wem das ganze Thema Kurdistan bisher nicht sagt, der möge meinen Artikel „Kurdistan – ein neues Land entsteht“ lesen.

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Berliner Mauer ist derzeit 1 Billion wert

berliner-mauer-souvenirs

Mauer Souvenirs

Ich betreibe ja unter anderem einen Souvenirsladen nahe dem Brandenburger Tor. Dort kommt oft die Frage, ob die Souvenirs der Berliner Mauer, die wir dort verkaufen, echt sind. Ja sind sie. Den Händler kenne ich lange und gut und auch seine Mauersegmente, die er zerlegt. Bei großen Mauersteinen kann man anhand der Farbe und Fotos der Mauer zu ordnen, wo sie raus geschlagen wurden. Zum anderen gibt es so viele Mauersteinchen, dass man noch jahrelang alle Touristen versorgen kann. Hier mal eine Rechnung dazu:

Die Mauer war rund 160km lang und bestand aus etwa 133.333 je 120cm breiten Elementen. Jedes Element ist drei Tonnen schwer. Somit ergeben sich rund 400.000 tonnen Gewicht. Die kleinen Mauersouvenirs im Acylbogen haben ca. 2g Mauer drin. Somit kann man die ganze Mauer zu 200 Milliarden handlichen Souvenirs zu je 4.95€ verarbeiten. Und das ergibt 1.000.000.000.000€. Zum anderen erklärt die Menge auch, warum man heute noch echte Berliner Mauer Souvenirs kaufen kann.

Damit hätte man die DDR Sanieren können. Andersrum stünden jedem Ostdeutschen von diesem Volkseigentum rund 50Mio Euro zu, die sie nie erhalten werden. Von wegen “vom Kapitalismus lernen heisst Siegen lernen

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Auslandjournalismus von der heimischen Couch aus

An der Peshmerga-Front südlich von Kirkuk

Selber vor Ort

Wenn man über die Lage in der Welt schreibt, dann sollte man sie gesehen haben. Wenn man über die Lage im kurdischen Nord-Irak und die ISIS schreibt, dann sollte man auch da gewesen sein. Ich war gerade erst in Kirkuk, Mosul und deren Umgebung und bin schon häufiger in Kurdistan gewesen und schreibe über die Entwicklung der Region. Bei einigen Artikeln, die ich derzeit lese, platzt mir der Kragen. Da sitzen anscheinend Leute auf der Couch zu hause und spielen sich als die Experten der Region auf.

Beispielhaft möchte ich diesen Artikel der Jungen Welt nehmen. Zusammengefasst vermutet man da, dass die irakischen Kurden mit der ISIS gemeinsame Sache machen. Die ISIS wird geführt von alten Saddam Generälen, also den Leuten, die die Kurden ausrotten wollten.

So rückten kurdische Peschmerga unmittelbar nach der Einnahme von Mossul durch ISIS in die von der irakischen Armee verlassenen Stellungen rund um Kirkuk vor, während ISIS keine Anstalten machte, sich die aufgrund ihrer riesigen Ölfelder strategisch wichtige Stadt zu sichern.

ISIS hat in Mossul lediglich die Banken leer geräumt um die Kriegskasse zu füllen. Sie haben etwa 500-900 Millionen US$ raus getragen. Dann hat die ISIS versucht Bereich zwischen Syrien und Mossul als Nachschubroute zu sicher. Als ich vor 10 Tagen in Mossul stand, stand die ISIS bis zum Tigirs. Ich war nur weniger hundert Meter weiter. Einen Tag vorher war Jan Eikelboom dort. Da war es auch so. Auch gab es Gefechte zwischen Peschmerga und ISIS, allerdings keine zu schweren. Spannender ist die Frage, warum 30.000 irakische Soldaten wie auf zuruf die Flucht ergriffen. Dann wäre es ja ein Komplott aus ISIS, Peschmerga und irakischer Armee. Nur gegen wen!?

KDP-Peschmerga transportierten nun die schweren Waffen aus Kasernen der 12. Irakischen Armee in die kurdische Autonomieregion ab

Die übernommenen Waffen sind von Irakischen Soldaten an den Checkpoints übergeben worden. Die Lager wurden nicht von Peschmerga geräumt.

Augenzeugen berichten von einem faktischen Waffenstillstand zwischen Peschmerga und der IS in den kurdischen Stadtvierteln von Mossul.

Ja. An der gesamten Front. Die ISIS versucht keine unnötigen Gefechte zu führen. Die Peschmerga haben keine Order aus ihrem Gebiet raus zu gehen. Warum genau sollte man also Schießen? Ich bin übrigens einer dieser Augenzeugen…

Wohl auf Druck aus Teheran, (…) agiert die PUK in der Frage eines unabhängigen Kurdistans wesentlich zurückhaltender als Barsani.

Talking to Gouverneur Najmaldin Karim

Ich habe vor Ort mit Gouverneur Najmaldin Karim, dem Gouverneur von Kirkuk gesprochen. Er ist PUK Politiker. Er sagte mir (vor laufender Kamera), dass er natürlich für ein unabhängiges Kurdistan sei. Zurückhaltung sieht für mich anders aus.

 

Tatsächlich sind die irakischen Kurdengebiete aufgrund wirtschaftlicher Abhängigkeit in den letzten Jahren zum faktischen Protektorat der Türkei geworden

Da weiß man gar nicht, wo man anfangen soll. Natürlich gibt es gute Wirtschaftliche Beziehungen und durch den Öl-Pipeline Deal mit der Türkei hat man sich zu Freunden gemacht. Aber der, der das Öl hat, macht die Regeln. Die Autonome Region Kurdistan als Protektorat der Türkei habe ich ich diesem Artikel das erste mal gehört und ist eine so Steile These, wie alles andere darin.

Und aus genau dem Grund fahre ich selber vor Ort, spreche selber mit den Generälen, Gouverneuren, Soldaten, Special Forces, der Bevölkerung und anderen Journalisten vor Ort. Aber von der Couch aus ist es sicher einfacher!

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Live from Kurdistan – From Mosul to Kirkuk

As previously announced I am in Kurdistan at the moment. Brand new information is to be found via my Twitter account (you don’t have to be registered there to read my tweets). In this blog I post daily summaries. There is an FAQ section at the end of this article.

If you don’t know kurdistan you can start with this blogpost.

20th June 2014, Mosul
mosul-locationI just had the opportunity to talk to two Peshmerga generals. The overall situation in Kurdistan is good. We came from Erbil to Mosul without any problems. According to one of the generals, we were the only journalists there so far. However, one brave AFP photographer seems to have hurried through a few days ago.
At the moment, Mosul is stable and calm. Many broadcast vehicles are positioned near Erbil at an Iraqi refugee shelter, where they do multiple interviews. Gasoline is short these days as most of it has been transported to the front. As a result, the queues in front of the gas stations are hundreds of metres long. Despite the long waits people stay peaceful. Soon, the provisions with gas should have stabilised.
21st June 2014, Kirkuk

An der Peshmerga-Front südlich von Kirkuk

At the Peshmerga-Front south of Kirkuk

Today we went to Kirkuk. The security situation there has been very difficult for some time now; the city has been through turbulent times during past years. Due to this, things had to clarified before we could visit: How exactly would we be able to go there via what route, and how were we supposed to go back?
The street from Erbil to Kirkuk is well constructed and has two lanes per direction. With the appropriate vehicle and driver you can go there as fast as on a German Autobahn. We waited for our escort at the checkpoint to Kirkuk. I always say: To me, the Peshmerga are the smiling soldiers. And I was right again: The soldier greeted us smiling.
First, we drove to Gouverneur Najmaldun Karim (PUK). He gave us an interview in English about the situation in Kirkuk. Basically, he told us that although Peshmerga forces alone will not be able to drive off the ISIS they will be able to keep the ISIS out of Kurdistan.

Talking to Gouverneur Najmaldin Karim

Talking to Gouverneur Najmaldin Karim

After that, we went to the Kirkuk airport. The general there gave us an interview – in German, to our astonishment. He is a German citizen and has been living there for 20 years. Then he gave us permission („On your own risk!“) to visit the Peshmerga forces at the front south of Kirkuk.

peshmerga-front

Only at this point we had to put on our protective gear, bulletproof vests (SK4) and helmets. For this region there are warnings issued concerning snipers, and unnecessary risks are generally avoided.
The Peshmerga forces there explained to us that everything had been calm today and that they will do everything it takes to defend their position against ISIS. Apart from tanks they have grenade launchers and snipers. As these forces were positioned about 20 kilometers south of Kirkuk, the question as to who controls the city of Kirkuk has been answered satisfactorily.

22nd June 2014, to the Syrian border

peshmerga-special-forces-syrian-border

Today we drove into the northeastern corner of Kurdistan-Iraq: northwest of Dohuk, in the direction of Zaxo at the border to Syria. There, we met General Sheik Ali.

Peschmerga Special Forces

Peschmerga Special Forces

He is in command of the Peshmerga forces from the Turkish border to the Mosul dam. The interpreter greeted us with a friendly „Kommt rein!“ („Come in!“ in German). The general himself told us that he had not given any interviews up to this point, „not even CNN or BBC!“. We talked about the forces under his command, how they are able to keep control over their area, and up to where they operate. On a map, he showed us where his forces are positioned at the moment and ironically advised us to ask the Iraqi premier Al-Maliki why the 30.000 Iraqi troops left Mosul so hastily.

After that we could talk to a Peshmerga special forces unit as well as to the ordinary soldiers. They talked to us about their gear and their daily life. Especially some soldiers I saw with the special forces looked, to me, as though they were able to defend Kurdistan on their own.
On our way back to Erbil I gave a 30 minute interview about what I am doing in Kurdistan at the moment.

23rd June 2014, Erbil

Despite the unrest in Northern Iraq, Kurdistan still is secure and calm – except at the borders that have to be defended against ISIS. Accordingly, the Kurdish capitel, Erbil, can still be visited as usual. An absolute “must see“ is the Citadel, which might be up to 8.000 years old and is therefore regarded as the oldest continously inhabited settlement in the world. At the foot of the Citadel there is a wonderful park with fountains and the famous bazar. If a German gets home sick there they can just go to the restaurant „Deutscher Hof“ and watch a soccer game. If you want action you can go go-carting or do round trips by helicopter. The people here are very cordial and open-minded; you can easily get into contact with nearly everybody. I really suggest visiting Erbil to anybody, even now.

Erbil from the 8.000 years old citadell

Erbil from the 8.000 years old citadell

It was funny to see a reporter do a moderation for his news piece about the situation in Kirkuk right next to our hotel. I’ll have to find out whether he is staying at our hotel, as well, then I can give him first hand information. The security situation in Erbil is comparable with Berlin.

24th June 2014, IDP and Syrian refugees

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Today we spoke with people who took refuge in Kurdistan. In addition to the steady influx of hundreds of thousands of Syrian refugees during the past years, there are now hundreds of thousands of Iraqi refugees, as well. It is formally correct to refer to them as “internally displaced people”, IDP for short. Currently, the Autonomous Kurdistan Region is home to five million citizens and between 500.000 and one million refugees and IDP. The camps are all run by a whole set of stakeholders, all of which have something to do with UNHCR. The Kurdistan Regional Government (KRG) pays millions of dollars to finance the camps. Some of the camps were organised by ACTED.

The IDP camp is still under construction, excavators level the ground, helpers build up tents and organise the supply with water and electricity, and MAG (a commercial bomb disposal team that was assigned to the areas the IDP came from) issues information: Don’t touch or open ammunition, just call the MAG and leave it to them to get rid of it. The problem is that ammunition is valuable as a source of money. And if people lost everything you owned and are truly desperate, they even start opening mortar shells in order to sell what is inside them.

The people here have access to basic things such as tents, water, food and a bit electricity. Thanks to Telecoms sans frontieres there will be some means of communication soon. Best of all: People here are safe from ISIS.

However, it is distressing to hear what the IDP have to say. One of them told me that he is more scared of Maliki (and the Iraqi army) than of ISIS. At least, ISIS didn’t shoot civilians on purpose, only at those trying to prevent them from taking over the country, he said. On the contrary, the Iraqi army haphazardly shot katjuschas into areas controlled by ISIS. This particular IDP came from “somewhere around Tal Afar“, where they were shot at with Katjuscha-rockets some days previously, as he told us.

On our way back to Erbil we stopped at another gas station. People still have to wait two to three hours for their 30l of gas. The situation will get better as soon as more gas can be imported from Turkey. However, Kurdistan will be dependent on imports until there are enough refineries to cover the demands for gas in the region. After all, cars cannot be fuelled with crude oil.

A young man in a new Range Rover, complaining about the fuel shortage, was waiting with his motor and the AC running. We asked around if the people were scared of ISIS and the possibility that the war could take over on Kurdistan. All of them basically told us: „No, we have got the Peshmerga!“ Many also told us that they were ready to take up arms themselves, if necessary.

We will have to wait and see how the situation with ISIS develops further.

25th June 2014, Halabja and Sulaymania

Halabja Cementry

Halabja Cementry

In the morning of 16th March 1988 at about 10.35 am Iraqi fighter jets flew over Halabja, a town near the Iraqi border. These fighter jets cast toxic gas on the citizens of Halabja. About 5.000 people died at once, 10.000 more were wounded or affected for life. German companies had supplied Saddam with much of what he needed for these attacks on the Kurdish people. Nevertheless, there were never serious convictions in Germany. However, one of the entrepreneuers in question, Karl Kolb, received the Bundesverdienstkreuz (Federal Cross of Merit) five years ago.

Today, we visited Halbja, the cemetary and the Halabja Monument. A sign still standing on the cemetary denies entry to supporters of Saddam’s Baath Party. The historical context is well known, and I refer to the respective entry on Wikipedia and to this article of the Spiegel from 1991.

sulaymaniyah at night

sulaymaniyah at night

In the evening we went back to Sulaymania. This area was also attacked with toxic gas on 29th February 1988. Nowadays, Sulaymania is a beautiful city with 1.5 million citizens and even an amusement park.

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More material will follow as soon as we find the time. If you need something in particular, contact us directly and with clear specifications of what you need!

FAQ

  • Are you scared? No, everywhere I go there are Peshmerga. I’m not afraid then.
  • Why can you walk around there like that? The Kurdistan Regional Government supports me throughout my travel extensively. This makes it possible for me to have such close contact to the safety authorities and politicians.
  • Are there bombs everywhere? No! I am in Kurdistan, not in Iraq. Here, it is beautiful, calm and peaceful. The front only exists in order to keep ISIS terrorists out.
  • Can you give me an interview? Of course! Just contact me via +964-750-0436374 or via Email.
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von Mossul bis Kirkuk auf der Spur der ISIS

Im Irak (und Kurdistan im Norden davon) tobt gerade der Kampf der ISIS gegen die kurdische Armee (Peschmerga) sowie gegen die irakische Armee. Wer Kurdistan nicht kennt, kann mit diesem Artikel von mir beginnen. Dort erkläre ich den historisch mehrfach belegten Begriff “Kurdistan” und wie es dazu kam, dass kaum jemand das Entstehen dieses de-facto-Landes mitbekommen hat und warum sie gerade die einzigen sind, die sich gegen die ISIS behaupten können. Die Akteure des IS-Krieges habe ich hier mal im einzelnen beschrieben.

20.06.2014, Mossul
mosul-locationMossul ist eine Stadt welche an der Grenze zwischen Kurdistan und Irak liegt. Bisher gehörte sie zum Irak, jedoch wohnen dort viele Kurden. Nachdem die ISIS die Stadt angriff und zwischen 500 und 900 Millionen US$ erbeutete, flüchteten die 30.000 irakischen Soldaten in Rekordzeit. Es liegen noch Westen, Uniformen usw. auf dem Boden und die Fahrzeuge stehen verlassen rum. Ich habe gerade mit zwei Peschmerga (offizielle Armee der Autonomen Region Kurdistan) Generälen reden können. Die Lage in Kurdistan ist gut und sie machen sich keine Sorgen.

Wir sind ohne Probleme bis Mossul gekommen. Laut Aussage des einen Generals sind wir bisher jedoch die einzigen Journalisten, die erso weit vorne gesehen hat. Offenbar ist aber ein mutiger AFP Fotograf vor ein paar Tagen durchgerannt, seine Bilder gingen um die Welt.

In Mossul ist es derzeit stabil ruhig. Man hört keine Gefechte, aber die Front ist klar mit Fahnen gekennzeichnet. Viele der Ü-Wagen der TV-Sender standen nahe Erbil an einem irakischen IDP Camp (landesinterne Flüchtlinge), dort wurden Dutzende Interviews geführt.

Das Benzin ist weiterhin knapp, da viel an die Front gegangen ist. In Kürze soll sich das wieder stabilisiert haben, aber aktuell gibt es einige Schwankungen bei der Versorgung. Die Schlangen vor den Tankstellen sind hunderte Meter lang, aber die Leute verhalten sich alle friedlich und warten geduldig genervt.

21.06.2014, Kirkuk

An der Peshmerga-Front südlich von Kirkuk

An der Peshmerga-Front südlich von Kirkuk

Nachdem vorerst unklar war, wohin es uns heute verschlägt, ging es nach Kirkuk. Dort ist die Sicherheitslage seit längerem angespannt, da die Stadt in den letzten Jahren eine unruhige Zeit hinter sich hat. Sie liegt ebenfall an der Irakisch-Kurdischen Grenze. Laut der Verfassung soll in einem Referendum abgestimmt werden, wohin Kirkuk gehört. Dies passierte bisher nicht.

Während der Anfahrt musste erst geklärt werden, wie genau wir von wo nach wo  in die Stadt rein und raus kommen. Die Straße von Erbil nach Kirkuk hat zwei Spuren pro Richtung und kann (mit einem entsprechenden Fahrer) so schnell wie die Autobahn befahren werden.
Am Checkpoint nach Kirkuk warteten wir auf unser Begleitfahrzeug mit einem Peschmerga Kommando – “Don’t worry, just for safety!”. Ich sage ja immer: Peschmerga sind für mich die lachenden Soldaten. Und so war es dort auch wieder: Ein Soldat stieg lächelnd aus und begrüßte uns freundlich. Zunächst fuhren wir zum Gouverneur Najmaldin Karim (PUK). Er gab uns auf Englisch ein Interview zur Lage in Kirkuk und in Kurdistan. Ein freundlicher Mann, der sich viel zeit für uns nahm. Er sagt, die Peschmerga alleine werden ISIS nicht vertreiben können, aber sie können ISIS aus Kurdistan raus halten – und das reicht ja für eine Unabhängigkeit.

Im Gespräch mit Najmaldin Karim

Im Gespräch mit Najmaldin Karim

Anschließend ging es zum Flughafen von Kirkuk. Der General Yussuf gab uns ein Interview – überraschenderweise auf Deutsch. Er ist deutscher Staatsbürger und hat 20 Jahre dort gewohnt. Er erzählte uns (was ich schon oft hörte), wie sehr er die Deutschen mag, da diese viele kurdische Flüchtlinge aufnahmen, als sie von Saddam verfolgt wurden.  Anschließend erhielten wir die Erlaubnis „On your own risk!“, die Peschmerga an der Front südlich von Kirkuk zu besuchen.

Peschmerga an der Front

Peschmerga an der Front

Erst für diesen Abschnitt mussten wir die schusssicheren Westen (SK4) und Helme anlegen. In der Gegend gab es eine Warnung vor stay-behind Scharfschützen der ISIS und unnötige Risiken mag man auch hier nicht eingehen. Die Peschmerga dort erklärten uns, dass es heute ruhig war und dass sie die Stellung gegen die ISIS bis auf’s letzte verteidigen werden. Neben Panzern wird die Stellung mit Granatwerfern und Scharfschützen verteidigt. Da wir dort gut 20 km südlich von Kirkuk waren, ist die Frage, wer die Hoheit über Kirkuk hat, auch geklärt.

22.06.2014, Richtung Syrien

peshmerga-special-forces-syrian-borderHeute haben wie die nordöstliche Ecke von Kurdistan-Irak angesehen. Nordwestlich von Dohuk, Richtung Zaxo an der syrischen (und fast türkischen) Grenze. Dort trafen wir General Sheikh Ali.

Peschmerga Special Forces

Peschmerga Special Forces

Er kommandiert die Peschmerga von der türkischen Grenze bis zum Mossul Damm. In seinem Stützpunkt wurden wir mit „Kommt rein!“ vom Dolmetscher begrüßt. Der General selber erklärte uns, dass er noch keine Interviews gegeben hat, „not even CNN or BBC!“.

Wir redeten mit ihm über die Truppen unter seinem Kommando, wie sie ihren Bereich halten können, bis wohin sie operieren. Er zeigte uns an der Karte genau, bis wohin seine Truppen gerade stehen, und warf die süffisante Frage auf, ob wir den irakischen Premier Al Maliki nicht mal fragen wollen, warum die 30.000 irakischen Soldaten Mossul so fluchtartig verließen. Mit der syrischen kurdischen Armee YPG hat er keinen Kontakt, es klangt nach einer friedlichen Koexistenz entlang der Grenze.

Im Anschluss konnten wir mit einer Peschmerga Spezialeinheit sowie mit seinen Soldaten sprechen, uns ihre Ausrüstung und ihren Alltag erklären lassen. Gerade die Spezialeinheit hatte ein paar Leute dabei, die so aussahen, als könnten sie Kurdistan im Alleingang verteidigen.

Auf dem Rückweg gab ich eine halbe Stunde ein Interview zu dem, was ich hier eigentlich treibe.

23.06.2014, Erbil

Kurdistan ist weiterhin sehr sicher, nur an der Grenze muss man sich gegen ISIS verteidigen. Daher kann man in Erbil, der Hauptstadt, ganz normal die Stadt angucken. Zum Pflichtprogramm gehört die 8.000 Jahre alte Zitadelle, die die älteste durchgehend bewohnte Gegend der Welt ist. Am Fuß der Zitadelle gibt es schöne Springbrunnen und einen Basar. Wer als Deutscher Heimweh hat, kann im „Deutschen Hof“ Fußball gucken, wer Action will, kann Kart fahren oder mit dem Hubschrauber Rundflüge machen. Die Menschen hier sind herzlich und offen und man kommt schnell ins Gespräch. Ich kann jedem nur empfehlen, mal herzukommen – auch jetzt gerade.

Erbil von der 8.000 Jahre alten Zitadelle aus

Erbil von der 8.000 Jahre alten Zitadelle aus

Etwas lustig war es dann, im Fernsehen einen Reporter zu sehen, der neben unserem Hotel seine Moderation zur Lage in Kirkuk gemacht hat. Ich muss mal gucken, ob er auch hier wohnt, dann kann ich ihm ja Informationen aus erster Hand geben. Die Sicherheitslage in Erbil ist etwa wie in Berlin.

24.06.2014, IDPs und syrische Flüchtlinge

Heute haben wir mit den Flüchtlingen in Kurdistan gesprochen. Während bisher Hunderttausende aus Syrien hierher flohen, kommen nun Hunderttausende aus dem Irak dazu. Korrekterweise sind letztere “internally displaced people”, kurz IDPs. Derzeit hat Kurdistan (im Irak) rund 5 Millionen Einwohner und beherbergt zwischen 500.000 und einer Million Flüchtlinge und IDPs. Die Camps werden immer von einem Set von Akteuren betrieben. Alle haben mit der UNHCR zu tun, die kurdische Regionalregierung (KRG) zahlt mehrstellige Millionenbeträge, um das ganze zu finanzieren. Einige Camps, die wir nun sahen, werden von ACTED organisiert.

irakisches IDP-Camp in Kurdistan

irakisches IDP-Camp in Kurdistan

Das IDP Camp wird gerade noch aufgebaut, Bagger planieren die Flächen, Helfer bauen die Zelte, Strom und Wasserversorgung auf und MAG (kommerzieller Kampfmittelräumdienst, der für die Gegenden, aus denen die IDPs kommen, einen Auftrag hat) verteilt Informationen: Keine Munition aufheben oder aufsägen, einfach MAG anrufen und räumen lassen. Das Problem ist, dass man mit Munition Geld verdienen kann. Und wenn man wirklich nichts mehr hat und verzweifelt ist, dann sägt man auch Mörsergranaten auf, um das Innenleben zu verkaufen.

Die Leute hier sind grundlegend versorgt: Zelte, Wasser, Mehl, grundlegendes Essen und etwas Strom. Dank Telecoms sans frontieres gibt es auch bald Kommunikation. Und es ist eben sicher vor der ISIS.

Bedrückend war jedoch die Aussage eines IDP. Er sagte, er habe mehr Angst vor Malikis (also der irakischen) Armee, als vor ISIS. ISIS würden zumindest nicht absichtlich auf die Zivilisten schießen, sondern erstmal Fläche einnehmen und nur auf alles schießen, was sie daran hindert. Die irakische Armee schießt hingegen mit Katjuschas auf die Isis Gegenden. Er kam aus der Gegend um Tal Afar („somewhere around tal afar“), was recht viel bedeuten kann. Dort, so sagte er, seien sie vor wenigen Tagen mit Raketen beschossen worden.

Anwohner wartet auf Benzin

Anwohner wartet auf Benzin

Auf dem Rückweg hielten wir nochmal an einer der vollen Tankstellen. Die Leute stehen hier zwei bis drei Stunden an und erhalten dann 30l Benzin. Die Situation soll sich bald verbessern, da man dann mehr Benzin aus der Türkei bekommt. Bis Kurdistan genug eigene Raffinerien hat, wird das Problem bestehen bleiben. Rohöl kann man im Auto nunmal nicht tanken.

Ein junger Mann mit einem neuen Range Rover ließ auch beim Warten den Motor und die Klimaanlage laufen, beschwerte sich aber über das knappe Benzin.

Wir fragten alle, ob sie Angst vor der ISIS habe und dass diese den Krieg nach Kurdistan bringen. Die durchgehende Antwort ist sinngemäß: „Nein, wir haben ja die Peschmerga!“. Viele sagten dann noch, dass sie auch jederzeit selber an die Waffe gehen, wenn es nötig wird.

Wie sich die Situation mit der ISIS entwickelt, werden wir ja sehen.

25.06.2014 Halabja und Sulaymania

halabja-friedhof

Halabja Friedhof

Am Morgen des 16. März 1988 flogen gegen 10.35 Uhr mehrere Kampfjets der Irakischen Luftwaffe die Stadt Halabja nahe der iranischen Grenze an. Sie warfen Giftgas auf die Bevölkerung ab. Ca. 5.000 Menschen wurden direkt getötet, weitere 10.000 verletzt oder für ihr Leben geschädigt. Deutsche Unternehmen hatten Saddam dieses Programm maßgeblich aufgebaut. Zu ernsthaften Verurteilungen in Deutschland kam es nicht. Einer der beteiligten Unternehmer, Karl Kolb, hatte jedoch fünf Jahre zuvor das Bundesverdienstkreuz erhalten.

Wir sahen uns heute Halabja, den Friedhof und das Halabja Monument an. Auf dem Friedhof steht bis heute ein Schild, welches den Anhängern von Saddams Baath Partei den Zugang verbietet. Die Geschichte ist hinlänglich bekannt, darum verweise ich an dieser Stelle auf den entsprechenden Wikipedia Eintrag bzw. auf einen Spiegel Artikel von 1991.

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Am Abend ging es zurück nach Sulaymania. Diese Gegend war am 29. Februar 1988 ebenfalls mit Giftgas angegriffen worden. Heute steht hier eine wunderschöne Stadt mit 1,5 Millionen Einwohnern und einem Freizeitpark.

Donnerstag, 26.06.2014

Ich habe nun von (fast) zaxo bis Halabja die kurdisch/irakische Grenze besucht, die Front in Mosul, weiter im Norden und in Kirkuk besucht und habe hier keinen Krieg gesehen – nur Peshmerga, die die Grenzen sichern. Die Bevölkerung war zuversichtlich, aber etwas vorsichtig, was Zukunftsprognosen anging. Wir sahen eine Menge Flüchtlinge und IDPs die versorgt werden müssen und auch versorgt werden. Die Lage ist also viel besser, als ich erst befürchtet hatte, aber noch weiss man nicht, wie es endet.

Mâl awa Kurdistan! Ba hîwai dîdareki tr!
Machs gut Kurdistan, bis zum nächsten Mal!
See you next time, Kurdistan!

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Mehr Material gibt es, sobald wir Zeit haben, oder auf Anfrage (möglichst genau sagen, was ihr braucht).

Interviews / Vorträge

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Auf nach Mossul – und ihr müsst mir helfen!

Kommenden Donnerstag (19.06.) fliege ich zusammen mit Enno Heidtmann nach Kurdistan.

Beim letzten Besuch: Im Gespräch mit dem  Gouveneur Tamar Fattah

Beim letzten Besuch: Im Gespräch mit dem Gouveneur Tamar Fattah

Kurdistan ist ein friedliches, reiches Land, welches auch außerhalb von Karl May Büchern existiert. Wer das nicht kennt, möge diesen Artikel von mir lesen. Gerade bewegt sich dort einiges. Die Islamistische ISIS hatte Mossul, die zweitgrößte Stadt des Iraks, überrannt und bewegt sich weiter Richtung Kirkuk und Bagdad. Die Peschmerga, die Armee der Autonomen Region Kurdistan, ist nun auf dem Weg um Mossul wieder in den Griff zu bekommen.

Die Peschmerga stehen vor der großen Aufgabe die Flüchtlinge ins Land zu lassen, die Terroristen aber nicht. Ich habe vergangenes Jahr das große Flüchtlingscamp Domiz besucht und war positiv von allem Überrascht. Auf der anderen Seite haben sie bisher alle großen Anschläge in Kurdistan vereitelt.

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Syrisches Flüchtlingscamp “Domiz” in Kurdistan

Enno und ich werden vor Ort mit den Akteuren sprechen und diese Geschichte in Fotos und Filmen erzählen. Unser Besuch fällt mitten in die Fußball WM, welche für viele Leute viel wichtiger ist, als das Leid der Menschen auf der Welt. Daher bitte ich alle meine Freunde, Bekannte, Geschäftspartner, usw. mir auf Twitter oder Facebook zu folgen und durch teilen der Inhalte wiederum andere auf die Lage vor Ort aufmerksam zu machen.

Es gibt bisher viele wirre Informationen aus der Gegend, wir wollen vor Ort sehen, was wirklich los ist und euch berichten.

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Politiker sind nur für Unternehmer da

Ich bin immer wieder erschüttert über das Desinteresse vieler Menschen an Politik. Das Kernproblem scheint mir, dass sie nicht verstehen, dass zwischen ihrem Leben un der Politik ein Zusammenhang besteht. Viele wissen nicht mal, wo immer so überraschend neue Gesetze her kommen. Und wenn Politiker etwas tun, dann nur für die Unternehmer. Ich selber bin Unternehmer und politisch aktiv und darf mir diese Dinge immer wieder anhören. Und es nervt mich. Ich habe auch schon zur Schulzeit mit Politikern gesprochen, ohne reiche und einflussreiche Eltern zu haben und ohne selber Politiker oder Unternehmer zu sein. Ich sehe da auch eher einen anderen Zusammenhang.

Schwanenhaus im Engelbecken

Schwanenhaus im Engelbecken

Unternehmer haben oft ein größeres Interesse daran etwas zu verändern, weil es um ihr eigenes Geld geht. Das ist in unserer Gesellschaft ein großer Antrieb. Während Leute mit nicht kommerziellem Interesse demonstrieren, Facebookevents machen und Onlinepetitionen unterzeichnen gehen die Unternehmer auf Veranstaltungen, bei denen sie mit den Politikern reden. Häufige Frage: Wie kommt man auf diese Events? Viele stehen in den öffentlichen Kalendern der Politiker und sind auch öffentlich. Aber man muss eben Zeit investieren. Ich besuche seit Jahren regelmäßig diverse langweilige Events um ab und zu ein passendes Gespräch führen zu können. Beim Gespräch geht es um ganz menschliche Dinge: Ist man freundlich und kann man sich kurz und knapp ausdrücken? Schon fertig.

Wie komme ich gerade  auf das Thema? In Berlin Kreuzberg gibt es das Engelbecken, also einen großen Teich, der früher mal Todesstreifen war.  Dort gibt es einen Bürgerverein in dem auch einige Unternehmer aktiv sind. Zusammen hat man zum Beispiel ein historisches Schwanenhaus nachbauen lassen. Da verdient man keinen Cent mit, es kostet Zeit, Geld und Nerven und man muss erstmal die Idee haben. Da kommen immer wieder Idioten und versuchen es zu zerstören. Daher muss man immer wieder hin und es aufstellen und reparieren. Das heisst, man geht am freien Tag mit Schwimmsachen, Werkzeug und ein paar Leuten hin und investiert so zwei Stunden, währen die anderen Leute im Cafe sitzen und ihr Eis genießen. Ich mache das gerne, aber es kostet nun mal Zeit. Anschließend werden Bezirksamt, Bezirksbürgermeister usw. über den restlichen Vandalismus informiert: Mülleimer abgerissen, Bänke in das Engelbecken geworfen usw.  Das wird auch alles fotografiert, damit die Zuständigen sich die Begehung sparen und schnell die entsprechenden Teams zur Reparatur los schicken können.

Auf dem Foto oben sieht man drei Unternehmer und zwei nicht-Unternehmer in ihrer Freizeit (Cheena, Oranche, Wieland, Adsiz und mich). Und in dem Moment heißt es dann von Leuten, die nicht geholfen haben: “Ah die Politiker springen wieder, wenn die Unternehmer es wollen”. Und das ist dann auch der Moment, wo man das Argument nicht mehr hören will. Unternehmer, die sich bürgerlich Engagieren und die darüber engeren Kontakt zu den Lokalpolitikern haben, sehen ich sehr viel. Aber andere scheinen diesen Punkt gerne zu ignorieren.

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